Die Hungrigen und die Satten
 - Timur Vermes - eBook

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10,99

inkl. MwSt.

Bastei Entertainment
Sonstige Belletristik
509 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-6546-7
Ersterscheinung: 27.08.2018

Die Hungrigen und die Satten

Roman

(15)

Vom Autor von ER IST WIEDER DA!

„Ein großartiges Buch: lustig, böse, traurig!“ KESTER SCHLENZ, STERN

Deutschland hat eine Obergrenze für Asylsuchende eingeführt, ganz Europa ist bis weit nach Nordafrika hinein abgeriegelt. Jenseits der Sahara entstehen riesige Lager, in denen Millionen von Flüchtlingen warten, warten, warten. So lange, dass man in derselben Zeit eigentlich auch zu Fuß gehen könnte, wäre das nicht der sichere Tod.

Als die deutsche Starmoderatorin Nadeche Hackenbusch das größte dieser Lager besucht, erkennt der junge Lionel die einmalige Gelegenheit: Mit 150.000 Flüchtlingen nutzt er die Aufmerksamkeit des Fernsehpublikums und bricht zum Marsch nach Europa auf. Die Schöne und die Flüchtlinge werden zum Quotenhit. Und während sich der Sender über Live-Berichterstattung mit Zuschauerrekorden und Werbemillionen freut, reagiert die deutsche Politik mit hilflosem Wegsehen, Kleinreden und Aussitzen. Doch je näher der Zug rückt, desto mehr ist Innenminister Joseph Leubl gefordert. Und desto dringlicher stellen sich ihm und den Deutschen zwei Fragen: Was kann man tun? Und in was für einem Land wollen wir eigentlich leben?

Timur Vermes‘ neuer Roman ist eine Gesellschaftssatire, aktuell, radikal, beklemmend und komisch zugleich. DIE HUNGRIGEN UND DIE SATTEN fängt dort an, wo der Spaß aufhört.

„Wenn Timur Vermes‘ Erstlingswerk ER IST WIEDER DA böse, realistisch und komisch ist, so ist sein zweiter Geniestreich böser, realistischer und komischer.“ CHRISTOPH MARIA HERBST

Rezensionen aus der Lesejury (15)

Bookstar Bookstar

Veröffentlicht am 26.11.2018

Ein Flüchtlingsroman der anderen Art

Schon vorweg, an den Vorgänger kann dieses Buch nicht ran. Kann auch sein, mir war es zu politisch, zu kompliziert oder zu lang.
Witzig war es auf jeden Fall, hatte ich auch erwartet. Natürlich gab´s auch ... …mehr

Schon vorweg, an den Vorgänger kann dieses Buch nicht ran. Kann auch sein, mir war es zu politisch, zu kompliziert oder zu lang.
Witzig war es auf jeden Fall, hatte ich auch erwartet. Natürlich gab´s auch Kopfschütteln von meiner Seite und spannende Diskussionen mit meinem jeweiligen Gegenüber. Dafür war die Lektüre gut geeignet. Das große Thema Flüchtlingshilfe ganz anders umgesetzt als man denken könnte.
Gut gemacht war hier, dass aus verschiedenen Perspektiven geschrieben wurde und gute Dialoge eingebaut sind. Trotzdem leider nur eine mittelmäßige Bewertung. Doch ein Bild sollte sich jeder selbst machen können.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

beastybabe beastybabe

Veröffentlicht am 22.11.2018

Verstörendes Ende ...

Zunächst hatte ich meine Schwierigkeiten mit diesem Buch, denn ich kam nicht so richtig hinein in die Geschichte, musste mich erst mit einigen Charakteren und dem ganzen Szenario anfreunden, aber am Ende ... …mehr

Zunächst hatte ich meine Schwierigkeiten mit diesem Buch, denn ich kam nicht so richtig hinein in die Geschichte, musste mich erst mit einigen Charakteren und dem ganzen Szenario anfreunden, aber am Ende lässt es mich wirklich entsetzt und beinahe etwas verstört zurück. Die Worte des Autors haben eine wahre Durchschlagskraft, sie brennen sich ins Gehirn, lassen lebendige Bilder entstehen, denen man sich kaum entziehen kann. Sein Schreibstil ist mitreißend, das Szenario irgendwie provokativ.

Die Story beginnt eher gemütlich, noch mit viel Ironie und schwarzem Humor, doch irgendwie dreht sich das Blatt mehr und mehr. Mit dem Ende hätte ich niemals gerechnet, aber ich könnte auch nicht sagen, womit ich stattdessen gerechnet habe, denn eigentlich war ich genauso ratlos wie die Menschen im Buch.

Eine eher weniger intelligente Frau, die es trotzdem bis zur Moderatorin ihrer eigenen TV-Show geschafft hat und beim Publikum als „Engel der Armen“ bekannt ist, wird von ihrem Sender in Afrikas größtes Flüchtlingscamp geschickt. Zunächst ist Nadeche Hackenbusch wenig begeistert von dieser Idee und benimmt sich entsprechend divenhaft, doch plötzlich kippt die Situation und sie ist mit ganzem Herzen dabei. Als Unterstützung steht ihr der gecastete Flüchtling „Lionel“ an der Seite, der anfangs sehr begeistert ist von seinem deutschen Engel, doch sogar ihm wird ihr Engagement für die Menschen vor Ort irgendwann fast zu viel, denn für ihn zählt erst einmal, dass er selbst eine bessere Zukunft hat.
Als nach einigen Wochen Drehzeit das Fernsehteam zurück nach Deutschland will, ist Nadeche entsetzt. Sie will die Flüchtlinge nicht im Stich lassen, doch was soll sie tun? Lionel hat eine Idee, die erst einmal verrückt klingt: wenn man einfach loslaufen würde anstatt sinnlos zu warten, dann käme man auch irgendwann ans Ziel. Er schafft es dann auch tatsächlich, diese Mammutwanderung zu organisieren und so machen sich 150.000 Flüchtlinge auf den Weg Richtung Deutschland. Begleitet werden sie immer noch von Nadeches Fernsehteam und in der Heimat werden langsam einige Menschen zunehmend nervös. Außerdem entwickelt sich eine Romanze zwischen Nadeche und Lionel, welche natürlich medienwirksam ausgeschlachtet wird.

Timur Vermes lässt uns an diesem Abenteuer aus verschiedenen Perspektiven teilhaben: wir dürfen Nadeches und Lionels Gedanken verfolgen, aber auch die Sicht von Politikern, Mitgliedern von TV und Presse und Geheimdienst.
Er erschafft in diesem Buch ein „Was-wäre-wenn“-Szenario, das so glaubwürdig wirkt, dass man sich fast fragt, warum es noch nicht Realität geworden ist.
Was würde die Politik tun, wie würde sich die Bevölkerung verhalten? Es liegt wohl nicht in der Natur des Menschen, gerne zu teilen. Doch wie weit würde man gehen, um zu schützen, was man nicht hergeben möchte?

Die finalen Szenen haben mich erschüttert, tief bewegt und zum Nachdenken angeregt. Das hat die humorvollen Szenen im Nachhinein irgendwie in den Hintergrund gedrängt.
Trotz des etwas gemächlichen Beginns kann ich das Buch nur weiterempfehlen, denn es ist lesenswert und voll von Emotionen, schwarzem Humor und Spannung.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Tipperin Tipperin

Veröffentlicht am 21.11.2018

Scheisse, das könnte passieren!

Deutschland, in eventuell ein paar Jahren: Deutschland hat die Obergrenze für Flüchtlinge eingeführt und Europa hat sich komplett abgeschottet, um keine Flüchtlinge mehr aufnehmen zu müssen. Nur noch sehr ... …mehr

Deutschland, in eventuell ein paar Jahren: Deutschland hat die Obergrenze für Flüchtlinge eingeführt und Europa hat sich komplett abgeschottet, um keine Flüchtlinge mehr aufnehmen zu müssen. Nur noch sehr wenige können sich die wahnsinnig hohen Kosten für die Schlepper leisten, und so gibt es viele große, elende Flüchtlingslager und unzählige Menschen ohne Perspektive.  Einer dieser Flüchtlinge, er nennt sich Lionel, hat in einem der größten Lager eigentlich nichts außer Zeit, und so kommt ihm eine Idee. Was wäre, wenn man einfach zu Fuß nach Europa, genauer gesagt Deutschland, läuft?

Als dann ein Trash – TV – Fernsehteam mit einer vollkommen schrillen und überzeichneten Moderatorin, Nadeche Hackenbusch, in ebendieses Camp kommt, um dem deutschen Fernsehzuschauer das Elend vorzuführen, kommt Lionel durch ein Casting als ihr Begleiter ins Fernsehen und wird mit ihr Zusammen zum Publikumsliebling. Als die beiden dann, auch über sehr amüsant dargestellte Verständigungsprobleme hinweg, ein Paar werden, ist seine Chance gekommen. Er schlägt ihr seine Idee vor, und sie ist begeistert. So macht sich bald eine riesige Flüchtlingskaravane auf den Weg nach Deutschland, und schnell wird die gut geplante Reise zu einer Gelddruckmaschine für einige. Bald fragen sich auch die Politiker und Menschen in Deutschland, ob das nicht wirklich klappen kann. Und ob das so gut wäre. Und ob man etwas dagegen tun muss. Und während sich viele Leute viele Fragen stellen, kommt die Karavane immer näher. Ein dramatisches Ende kündigt sich an.

Stil, Machart, Meinung

Wer vielleicht schon „Er ist wieder da“ gelesen oder gesehen hat, der weiß: Bei Timur Vermes gibt es knallharte Satire, gleichzeitig böse, komisch, überspitzt, radikal und auch irgendwie aktuell. So ist es auch hier, denn dem Leser wird schnell klar: So komisch die Geschichte beginnt und so überspitzt die handelnden Personen auch sind – das alles ist von der Realität nicht so weit entfernt, wie man es gern hätte. Es könnte irgendwie tatsächlich passieren.

Durch viele Perspektiven erzählt der Autor seine Geschichte. Da wäre der Flüchtling Lionel, das extravagante TV – Sternchen Nadeche, die von sich sehr überzeugte Klatschreporterin Astrid, der clevere Innenminister, der schwule Staatssekretär und die Frau vom Innenminister. Zwischen den Perspektiven gibt es immer mal die Artikel in der Klatschpresse, die total überzogen das Geschehene auf typischem Niveau berichten.

Alle diese Perspektiven haben so ihre Eigenheiten, alle sind komisch aber auch mit diesem bekannten wahren Kern, der einem schnell bewusst wird. Als Leser wird man wohl fast keinen dieser Charaktere so richtig mögen. Die Sympathie gehörte in meinem Fall eher der Organisation dieser riesigen Sache und den realen Hintergründen, die man hinter der Satire ausmachen konnte.

Damit man so richtig den Überblick behält und die Satire erkennt, sollte man  in den Bereichen Politik und Allgemeinbildung einigermaßen fit sein. Ich denke, ohne dieses Hintergrundwissen sowie Interesse in diesen Bereichen wird man keinen Spaß an der Lektüre haben. Es dürfte auch etwas mehr Spaß machen, wenn man etwas Englisch kann (die Moderatorin spricht ein furchtbares Englisch, was ganz witzig ist). Es ist also gehobene Satire, die wohl nicht für jeden etwas sein wird. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei, wie man sich wohl schon denken kann, auf der Flüchtlingspolitik. Je näher man als Leser dem Ende kommt, desto mehr Gedanken macht man sich über die ganze Sache.

Ich will das Ende nicht spoilern, aber ich sage Folgendes: Es ist krass! Man weiß schon von Anfang an, dass am Ende eine Konfrontation steht. Die Spannung steigt. Ich habe jedoch niemals erwartet, was der Autor dann einfach getan hat. Und der Schock saß verhältnismäßig tief. Ich habe das Buch jetzt schon seit ein paar Wochen beendet, brauchte aber etwas Zeit, um den Inhalt vor einer Rezension erst einmal sacken zu lassen. Es ist nicht nur Unterhaltung und Satire, es macht etwas mit dem Leser und es ist irgendwie erschreckend nah an der Realität. In den letzten Tagen musste ich oft an dieses Buch denken, als ich von der Karavane der Mexikaner in Richtung der USA las.


Fazit

Ich musste lange überlegen, wie ich dieses Buch überhaupt finde. Heute gibt es nach dieser reiflichen Überlegung 5 Sterne von mir. Das Buch wird nicht für jeden so gut sein, viele werden sich vielleicht angegriffen fühlen oder mit dem Humor nicht zurechtkommen. Ich jedoch weiß, dass mir dieses Buch sehr lange in lebhafter Erinnerung bleiben wird. Beim Lesen habe ich einige Emotionen durchlebt, es war lustig, radikal, erschreckend und am Ende verflucht real. Die überspitzte Darstellung der verschiedenen Charaktere und das dramatische Ende, an dem dann der Humor auch versiegt, zeigt einem auch im Nachhinein noch vieles auf. Es ist ganz anderes und kann wohl auch mehreren Genres zugeordnet werden. Ungewöhnliche, gute Unterhaltung und (das habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben!) sogar der Mut, eine Lösung der Flüchtlingsproblematik vorzustellen!

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Galladan Galladan

Veröffentlicht am 14.11.2018

Was passiert, wenn nichts passiert?

Die Hungrigen und die Satten von Timur Vermes, erschienen im Bastei Entertainment Verlag am 27.08.2018.

Nach Einführung der Obergrenze für Asylsuchende endstehen unüberschaubare Lager in der Wüste, in ... …mehr

Die Hungrigen und die Satten von Timur Vermes, erschienen im Bastei Entertainment Verlag am 27.08.2018.

Nach Einführung der Obergrenze für Asylsuchende endstehen unüberschaubare Lager in der Wüste, in denen die Hoffnungslosen festsitzen. Die Preise für Schlepper sind so explodiert, dass man eigentlich keinen Weg mehr findet um ins Schlaraffenland Europa zu gelangen. Als das Trash-TV das Lagerleben als TV-Format entdeckt und Flüchtlingsfrauen als Modells entdeckt, wird aus ihrer Moderatorin Nadeche Hackenbusch schnell der „Engel des Elends“. In ihrer naiven Art versucht sie das Format für sich zu nutzen um ihren Platz in der Hackordnung des Senders zu sichern, unterstützt von einer selbstsüchtigen Journalistin, die sich selbst völlig überschätzt und glaubt für ihren Schmierenjournalismus Pulitzerpreis-verdächtig zu sein. Als sich Nadeche den sexy Vorzeigeflüchtling Lionel ins Bett holt sieht dieser seine Chance doch noch ins abgeschottete Deutschland zu kommen. Als der Sender die erste Staffel beendet und durch ein anderes Format ersetzen will sucht sich Lionel mit Hilfe von Schleppern einen Weg 150.000 Lagerinsassen auf den Weg Richtung Deutschland zu bringen und der Privatsender hält die Kamera drauf wie sich der Zug der Hoffnungslosen auf den weiten Fußmarsch Richtung Deutschland macht.

Timur Vermes ist ein kleiner Geniestreich gelungen. Er schreibt ernsthafte Satire ohne, dass es sich als Widerspruch anfühlt. Er lässt sich offensichtlich vom aktuellen TV Programm inspirieren und lässt eine naiv dumme, selbstverliebte Moderatorin deren Welt sich nur um sie selbst und ihre Luxuswünsche dreht, die extrem beliebt beim Publikum ist auf einen Höllentrip gehen. Eigentlich soll sie ja nur hübsche Flüchtlingsfrauen in Mode stecken um Programm zu machen ohne Programm machen und bezahlen zu müssen. Das der gewitzte Lionel ihr Assistent wird und alles dran setzt von ihr am Ende vom Dreh mit nach Deutschland genommen zu werden fällt ihr nicht mal auf. Die deutsche Regierung ist das was sie eigentlich in den letzten Jahren immer ist: überfordert und in abwartender Haltung.

Das Buch, in wechselden Perspektiven erzählt, blickt auf die Lage der Migranten, die Schlepper, das TV Gewerbe und was den Politikern dazu einfällt. So nebenbei werden die Reaktionen „der Deutschen“ eingeflochten die nicht alle grenzenlos begeistert sind vom wachsenden Flüchtlingsstrom der sich da aufgemacht hat.

Genervt bin ich etwas von den Passagen gewesen wo die Moderatorin ihrem Englisch freien Lauf geben durfte. Ja, hier wird vorausgesetzt, dass man wenigstens rudimentäres Englisch beherrscht. Das ist dann wirklich nicht „the yellow of the egg“.

Der Autor denkt die Flüchtlingskrise einfach mal weiter. Was passiert, wenn wir uns abschotten und entwurzelte Menschen über Jahren versuchen ein unerreichbares Ziel zu erreichen? Hier bekommt jeder sein Fett weg ohne dass die Würde angekratzt wird. Klare Leseempfehlung.

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Buecherkueken Buecherkueken

Veröffentlicht am 11.11.2018

Verrückte Welt

In einer Welt, in der Europa seine Flüchtlingsgrenzen hinter die Sahara verlegt hat um einen weiteren Zustrom zu verhindern, entsteht ein riesiges Flüchtlingscamp. Und genau da soll eine TV-Doku gedreht ... …mehr

In einer Welt, in der Europa seine Flüchtlingsgrenzen hinter die Sahara verlegt hat um einen weiteren Zustrom zu verhindern, entsteht ein riesiges Flüchtlingscamp. Und genau da soll eine TV-Doku gedreht werden.

Timur Vermes' Erstling hatte ich seinerzeit innerhalb kürzester Zeit verschlungen und war begeistert. Dementsprechend hatte ich eine gewisse Erwartungshaltung an sein neues Buch, auch wenn ich versucht habe es vollkommen unvoreingenommen zu lesen – sofern es mir möglich war jedenfalls.
Das man eine Satire nicht wirklich ernst nehmen kann, versteht sich von selbst, aber doch bleibt doch immer ein gewisser wahrer Kern zurück, der zum Nachdenken anregen kann.

Um jetzt aber zur eigentlich vorliegenden Geschichte zu kommen, präsentiert uns der Autor hier ein Sammelsurium an unterschiedlichen Charakteren, die alle auf ihre ganz eigne Art sehr gut gezeichnet sind. Dabei haben nicht mal alle Namen. So gibt es sowohl quasi Namenlose Charaktere wie den Flüchtling oder den Staatssekretär als auch welche mit Namen, wie Nadeche Hackenbusch oder Astrid von Roell zum Beispiel. Manche der vorkommenden Charaktere entwickeln sich positiv weiter, andere eher negativ. Wer welche Richtung einschlägt wird aber nicht verraten. Was ich aber verrate, ist, dass das Englisch, welches der Autor der Hackenbusch in den Mund legte, mir die Nackenhaare zu berge stehen ließ.

Auch die Darstellung der Gegebenheiten ist dem Autor gut gelungen und er zeigt dem Leser eine Welt in der die Gegensätze des Flüchtlingscamp und der westlichen Wohlstandsgesellschaft deutlich zu Tage treten. Politik vs. Menschlichkeit. Oberflächlichkeit vs. Hoffnungslosigkeit.

Aber trotz der guten Präsentation des Stoffes, konnte das Buch mich nicht von sich überzeugen, dafür war es im Gesamten einfach zu schwerfällig und ließ keinen flüssigen Lesefluss aufkommen.
War nicht so ganz meins.

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Buchtrailer "Die Hungrigen und die Satten" von Timur Vermes

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Autor

Timur Vermes

Timur Vermes - Autor
© Cristopher Civitillo

Timur Vermes wurde 1967 in Nürnberg als Sohn einer Deutschen und eines Ungarn geboren. Er studierte in Erlangen Geschichte und Politik und arbeitete anschließend als Journalist und Ghostwriter. Er schrieb bis 2001 für die Abendzeitung und den Kölner Express und später für mehrere Magazine. Sein 2012 erschienener Roman Er ist wieder da ist eines der erfolgreichsten deutschen Debüts der letzten Jahrzehnte.

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