Was wir verschweigen
 - Arttu Tuominen - Hörbuch

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16,00

inkl. MwSt.

Lübbe Audio
Hörbuch (MP3-CD)
Skandinavische Spannung
769 Minuten
2 CDs
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7857-8408-2
Ersterscheinung: 26.11.2021

Was wir verschweigen

Ungekürzt
Gelesen von Wolfram Koch
Übersetzt von Anke Michler-Janhunen

(19)

Pori, Finnland. An einem stürmischen Herbsttag wird ein sturzbetrunkener Mann mit mehreren Messerstichen in einem Holzhaus ermordet. Ein typisch finnischer Mord – so der lakonische Kommentar der hinzugerufenen Kommissare. Der Fall scheint zunächst schnell gelöst: Im nahe gelegenen Wald wird noch am gleichen Abend ein verdächtiger Mann festgenommen. Doch für den Ermittler Jari Paloviita entpuppt sich der Mord als schwierigster Fall seines Lebens. Der Verdächtige war in der Jugend sein allerbester Freund. Und Jari Paloviita verdankt ihm sein Leben ...

Rezensionen aus der Lesejury (19)

kristall kristall

Veröffentlicht am 21.01.2022

Spannend

Eigentlich scheint der Fall sonnenklar. Ein betrunkener Mann wird ermordet und auch der Mörder ist schnell gefunden. Jedoch ist der Verdächtige der beste Freund von Ermittler Jari Paloviita und er beginnt, ... …mehr

Eigentlich scheint der Fall sonnenklar. Ein betrunkener Mann wird ermordet und auch der Mörder ist schnell gefunden. Jedoch ist der Verdächtige der beste Freund von Ermittler Jari Paloviita und er beginnt, sich voll in den Fall hineinzuknien. Ich fand den Krimi sehr spannend mit überraschenden Momenten und Figuren, die teilweise mysteriös und undurchschaubar sind. Auch die Vergangenheit des Ermittlers war interessant. Finnland als Ort der Handlung ist natürlich besonders schön und auch das Cover passt. Ein tolles Buch, das ich gerne empfehle.

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Lesezauber_Zeilenreise Lesezauber_Zeilenreise

Veröffentlicht am 11.12.2021

Beklemmend, leise, eindrücklich – kein Actionkracher, dafür so viel mehr! Love it!

Pori, Finnland/Herbst 2018: Rami Nieminen, ein ziemlich unangenehmer Säufer, wird während eines Saufgelages inmitten vieler Gleichgesinnter niedergestochen. Der Täter flüchtet. Kurz später findet man im ... …mehr

Pori, Finnland/Herbst 2018: Rami Nieminen, ein ziemlich unangenehmer Säufer, wird während eines Saufgelages inmitten vieler Gleichgesinnter niedergestochen. Der Täter flüchtet. Kurz später findet man im Wald den ebenfalls alkoholisierten Antti Mielonen und nimmt ihn als Tatverdächtigen fest. Als der vorübergehende Kommissariatsleiter Jari Paloviita davon erfährt, gerät seine Welt ins Wanken. War Antti doch zu Schulzeiten sein allerbester Freund. Auch wenn sie sich über die Jahre aus den Augen verloren haben, drückt Jari das Gewissen. Denn ihn und Antti verbindet so viel mehr als nur eine Jugendfreundschaft. Sie haben sich gemeinsam gegen den brutalen Mobber in der Schule gestellt, kannten die dunkelsten Geheimnisse des anderen und Antti hat Jari sogar einmal das Leben gerettet. Er will ihm helfen und begibt sich dazu auf Wege, die ein Polizist nicht gehen sollte. Das bleibt nicht unbemerkt, Ermittler Oksmann riecht Lunte und stellt seinerseits eigene Ermittlungen an.

Gleich vorneweg: wer auf actiongeladene, reißerische Krimis steht, sollte hier die Finger von lassen. Wer dagegen leisere, eindrückliche Storys liebt, sich von einer unfassbar genial gezeichneten Atmosphäre gern fesseln lässt und Geschichten liebt, bei denen Gegenwart immer wieder mit der Vergangenheit konfrontiert wird, der wird „Was wir verschweigen“ lieben. Und mir ging es so. Von vorne bis hinten war ich absolut gefesselt vom Setting, von den interessanten Charakteren, von dem unfassbar packenden Schreibstil und der Story, die mich nicht mehr losgelassen hat. Jede der Figuren wird vom Autor detailliert gezeichnet und über jede möchte man am liebsten sofort noch viel mehr erfahren. Die Rückblicke in den Sommer 1991 sind einfach nur wunderbar und äußerst berührend und so nach und nach erfährt man, wie und warum es zu dem Mord kommen konnte. Arttu Tuominen packt in seine Sätze so viel Emotionen, nicht durch überschwängliches Gelaber, sondern durch eine Nüchternheit, die einfach packt. Diese besondere Verbindung zwischen den Jungen Jari und Antti kommt immer mehr hervor und gipfelt in der – für mich – Schlüsselszene am Brunnen in diesem Sommer 1991.

Ich muss auch jetzt noch, Tage nach Beendigung des Buches, immer wieder an die Geschichte denken. Mich hat sie absolut gepackt und ich finde das Buch schlicht grandios! Schreibstil, Setting, Charaktere, Story, Aufbau – alles hat voll meinen Geschmack getroffen und mich vor allem auch auf der Gefühlsebene absolut abgeholt.

Das Cover gefällt mir mit seinen kühlen Farben sehr gut, auch wenn mich der Lichtkegel ein bisschen irritiert. Das finale Buch hat übrigens – im Gegensatz zu meinem Leseexemplar - einen wunderschönen, farbigen Buchschnitt und ist somit ein echter Hingucker!

Von mir gibt es ganz klar 5 von 5 Sternen – i love it!

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evaczyk evaczyk

Veröffentlicht am 09.12.2021

Unglücklich sind hier alle

Aus dem berühmten Anfangssatz von "Anna Karenina" wissen wir, dass jede unglückliche Familie auf ihre eigene Art unglücklich ist. In Arttu Tuominens Kriminalroman "Was wir verschweigen" gilt das für so ... …mehr

Aus dem berühmten Anfangssatz von "Anna Karenina" wissen wir, dass jede unglückliche Familie auf ihre eigene Art unglücklich ist. In Arttu Tuominens Kriminalroman "Was wir verschweigen" gilt das für so ziemlich jede einzelne Romanfigur. Hier hat jeder seinen Packen Unglück durchs Leben zu schleppen, Geheimnisse und dunkle Erinnerungen, die er oder sie verschweigt. Einen Teil dieser Geheimnisse deckt Tuominen in seinem Roman auf und setzt dabei mehr auf psychologische Spannung und Einblicke in gequälte Persönlichkeiten als auf Gewalttaten und Action.

Der Fall, zu dem die Ermittler des finnischen Pori gerufen werden, scheint ziemlich klar: In einer abgelegenen Wochenendhütte fand ein Gelage statt. Ein Mitglied der Festgesellschaft liegt plötzlich tot am Boden, mit mehrerer Messerstichen im Rücken. Die Zeugen haben im Vollrausch nichts mitbekommen. Ein Mann, ebenfalls volltrunken, wird mit blutiger Kleidung im Wald gefunden. Fall gelöst?

Als Jari Paloviita, kommissarischer Leiter des Polizeireviers, am Morgen danach von seinen Kollegen über den Fall informiert wird, wird es allerdings kompliziert. Denn Antti Mielonen, der dringend tatverdächtige Mann, obdachloser Alkoholiker mit mehreren Vorstrafen, war Paloviitas bester Kindheitsfreund. Und auch der Tote ist kein Unbekannter, er mobbte Jari und verprügelte ihn.

Paloviitas Mitarbeiter wundern sich über das Interesse, dass ihr Chef an dem scheinbaren Routinefall nimmt und dass er ihre Erkenntnisse hinterfragt, auch als die vermutliche Tatwaffe gefunden wird - nicht zuletzt, weil Paloviitas früherer Partner Oksman hinter seinem Rücken eine große Suchaktion mit Tauchern, Spürhund und jedem mobilisierbaren Polizisten anleiert. Oksman, der unter Zwangsstörungen leidet und ein übergenauer Einzelgänger ist, fängt mit eigenen Nachforschungen an und stellt fest: Täter und Opfer kannten sich aus der Grundschulzeit und auch Paloviita war in der gleichen Schulklasse wie die beiden.

Während Misstrauen die Stimmung immer mehr vergiftet, führt eine zweite Erzählebene in die Vergangenheit des Jahre 1991zu dem 13-jährigen Jari und seinem Freund Antti. Obwohl sie aus völlig unterschiedlichen sozialen Milieus stammen - Jari ein behüteter Junge, dessen Vater Architekt ist, Antti in schwierigen sozialen Verhältnissen mit trinkenden Eltern und einem gewalttätigen Vater - verstehen sie sich bestens. Jaris kleine Schwester Tiina, die unter dem Down-Syndrom leidet, himmel Antti an. Doch die weitgehend unbeschwerte Kindheit mit Fahrradtouren und Angelausflügen wird in diesem Sommer tragisch enden, die Freunde werden sich aus den Augen verlieren. Hat die ewige Freundschaft, die sie sich einst geschworen hatten, auch unter den veränderten Umständen Bestand?

Tuominen schafft es, den Spannungsbogen auf beiden Erzählebenen konsequent zu halten und mit immer neuen kleinen Informationsstückchen weitere Puzzleteile hinzuzufügen, die zum großen Bild beitragen. Dabei gibt es immer wieder cliffhanger-Situationen und Wendungen in der Erzählung. Zwischen dem scheinbar unendlichen letzten Kindheitssommer und dem passenderweise frostig-dunklen Winter, in dem die Protagonisten der Gegenwart leben entfalten sich die Möglichhkeiten und verpassten Chancen, die abgebrannten Brücken und die Gründe für das Schweigen über all die Jahre hinweg.

"Was wir verschweigen" ist kein Kriminalroman einfacher Antworten, sondern stimmt nachdenklich. Vieles von dem, was zwischen den Zeilen geschieht, befasst sich mit Werten und Loyalitäten, vielleicht auch mit dem Sinn des Lebens. Die düster-melancholiche Note passt zu den langen nordischen Wintern. Kein Wunder, dass Tuominen für diese komplexe Geschichte mehrfach ausgezeichnet wurde.

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fredhel fredhel

Veröffentlicht am 17.01.2022

Kein Krimi sondern Drama

Generell ist das immer so ein zweischneidiges Schwert, wenn man schon zu Beginn eines Krimis den Mörder kennt. Da Mitraten unmöglich ist, wird es für den Autor schwer, Spannung aufzubauen und zu halten.
Auch ... …mehr

Generell ist das immer so ein zweischneidiges Schwert, wenn man schon zu Beginn eines Krimis den Mörder kennt. Da Mitraten unmöglich ist, wird es für den Autor schwer, Spannung aufzubauen und zu halten.
Auch hier beginnt das Buch mit einem Mord, der zuerst völlig unmotiviert und rein dem Alkoholrausch zuzuschreiben ist. Erst später wird klar, dass der Tatververdächtige Antti der beste Freund aus Kindertagen des ermittelnden Beamten Juri und das Opfer der hinterhältigste und brutalste Junge aus der gemeinsamen Grundschulklasse ist.
Während Juri alles daran setzt, seinen Jugendfreund zu schützen, und sich dabei über alle ethischen Grenzen hinweg setzt, wird in einem zweiten Erzählstrang die hässliche Geschichte der drei aus Kindheitstagen erzählt. In meinen Augen ist dies der weitaus spannendste Teil des Buches.
Ich persönlich finde, "Was wir verschweigen" ist gar kein Krimi, sondern ein Roman, ein Drama. Der Leser erhält tiefe Einblicke in verstörende Kindheitsszenarien mit brutalen Vätern und einem verrohten Jungen. Die Hauptfigur ist natürlich Juri, der tief in einer unglücklichen Ehe feststeckt, doch sowohl privat als auch dienstlich die falschen Entscheidungen trifft, ohne dass man eine Spur von Mitleid empfindet. Für mich ist das sowieso das Hauptproblem mit diesem Buch: Es ist absolut frei von Sympathieträgern, dagegen aber voll von unrealistischen Begebenheiten. Selbst im tiefsten, dunkelsten Finnland wird ein Polizist nicht so ungehindert in die Ermittlungsarbeit eingreifen können, ohne dass es auffällt beziehungsweise, dass es Konsequenzen hat.
Weil aber die psychologische Komponente so gut herausgearbeitet ist und der Roman auch sprachlich überzeugt, vergebe ich knappe 4 Lesepunkte.
  

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Corsicana Corsicana

Veröffentlicht am 03.01.2022

Scandic Noir vom Feinsten

Ein Wochenendhaus im Meer in Finnland im November. Draußen ist es kalt und regnerisch, drinnen säuft sich eine Gruppe von Menschen seit Tagen um den Verstand. Menschen kommen und gehen, keiner hat mehr ... …mehr

Ein Wochenendhaus im Meer in Finnland im November. Draußen ist es kalt und regnerisch, drinnen säuft sich eine Gruppe von Menschen seit Tagen um den Verstand. Menschen kommen und gehen, keiner hat mehr den Überblick und die leeren Flaschen stehen überall herum.

Dann entdeckt ein Mann einen anderen Mann. Er geht in die Küche, holt ein Messer - und kurze Zeit später ist jemand auf der Flucht durch Regen und Dunkelheit - mit Blut an den Händen.

Für die Kriminalpolizei ist die Tat schnell erklärt: Alkohol & Gewalt, wieder einmal. Der vermeintlich Tatverdächtige wird schnell gefunden. Aber dann entdeckt der leitende Ermittler Jari Paloviita, dass der vermutliche Täter sein Freund aus Jugendtagen ist und der Tote ihr damals gemeinsamer Feind. Was soll er jetzt tun?

Währenddessen sucht sein Kollege Oksmann weiter nach Beweismitteln, denn irgendwie erscheint ihm einiges seltsam, vor allem das Verhalten von Jari. Und zusätzlich kämpft Oksmann mit seinen eigenen Dämonen. Wie auch die zweite Ermittlerin Linda, die ein großes Alkoholproblem zu haben scheint. Wie übrigens die meisten Personen in diesem Buch. Das Klischee von ständig saufenden Finnen wird hier vortrefflich bedient. Ob es wirklich so ist? Und gibt es wirklich so viel Gewalt gegen Kinder, zwischen Jugendlichen und überhaupt in Finnland? Ist wirklich alles so düster und aussichtslos? Nun, in diesem Buch ist es das. Nur wenige Lichtblicke, alle haben Probleme und funktionierende Elternhäuser scheint es auch nicht zu geben. Jeder trägt an seiner Vergangenheit. Jaris Jugendjahre werden in einer zweiten Handlungsebene erzählt. Und darin findet sich die Auflösung für den Fall. Die Vergangenheit von Oksmann wird wahrscheinlich in den nächsten Bänden Thema sein. Und irgendwann auch einmal Linda.

Obwohl alles so düster war, habe ich das Buch doch gerne gelesen. Diese psychologisch begründeten Handlungsweisen, diese tiefen Einblicke in verletzte Seelen. Die Krimihandlung bleibt dabei aber zwischendurch schon etwas auf der Strecke. Es geht mehr um die Auswirkungen von Gewalt als um die Suche nach dem Täter. Dies als Warnung an alle, die einen klassischen Krimi erwarten. Wer jedoch Scandic Noir mag, sich für psychologische und soziologische Gründe von Gewalt interessiert und eine andere Seite des doch angeblich so optimalen finnischen Staates kennenlernen will, dem sei das Buch empfohlen.

Ich werde jedenfalls den Folgeband auch lesen.

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Autor

Arttu Tuominen

Arttu Tuominen - Autor
© Mikko Rasila 

Arttu Tuominen, geboren 1981, wurde für seinen Kriminalroman Was wir verschweigen in Finnland vielfach ausgezeichnet. Kritiker und Leser waren begeistert von den geschickt in die Story verwobenen Rückblenden in die Kindheit der Protagonisten sowie der sensiblen Zeichnung der komplexen Charaktere. Arrtu Tuominen lebt mit seiner Familie in der Küstenstadt Pori, in Mittelfinnland, dem Schauplatz des vorliegenden Krimis. Neben dem Schreiben hervorragender Kriminalromane arbeitet der Autor …

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Sprecher

Wolfram Koch

Wolfram Koch - Sprecher
© Malte Jäger

Wolfram Koch, geboren 1962 in Paris, gab sein Kinodebüt bereits als Dreizehnjähriger in der Romanverfilmung Ansichten eines Clowns. Er arbeitet frei unter anderem am Schauspiel Frankfurt und am Deutschen Theater in Berlin. Außerdem ist er häufig in Film und Fernsehen zu sehen, so z.B. als Frankfurter Tatort-Kommissar. 2017 wurde Wolfram Koch für den Fernsehfilm Dead Man Working mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Mit seiner sonoren Stimme überzeugt Wolfram Koch ebenfalls als …

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