Joachim Kerzel - Autor
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Autor/Sprecher

Joachim Kerzel

Stephen King, Ken Follett, Philipp Vandenberg ...
Was er auch interpretiert, er macht es grandios. Die Rede ist von Joachim Kerzel, dem in Berlin lebenden Schauspieler, Synchronsprecher, Regisseur und seit 1996 auch Hörbuch-Interpreten bei Lübbe Audio.
Der 1941 in Oberschlesien geborene Kerzel wuchs in Augsburg auf, besuchte ab 1963 die Hochschule für Musik und Theater in Hannover und hatte seine ersten großen Theaterrollen Ende der sechziger Jahre (u. a. in Wilhelm Tell oder Von Mäusen und Menschen). In den siebziger Jahren kamen neben zahlreichen, bundesweiten Theateraufgaben auch die ersten TV-Auftritte dazu, ferner begann Kerzel mit der Regiearbeit.
Seither galt Kerzels größte Aufmerksamkeit der Synchronarbeit, als Sprecher und als Regisseur. Er war oder ist die Stimme von Stars wie Robert Wagner, Alan Bates, Sir Anthony Hopkins, Robert DeNiro, Harvey Keitel, Dennis Hopper, Jack Nicholson, Dustin Hoffman, Jean-Paul Belmondo und auch Bill Cosby. Im November 2003 wurde Joachim Kerzel mit dem "Deutschen Preis für Synchron" ausgezeichnet. Als Preisträger in der Kategorie herausragende männliche Synchronarbeit: "About Schmidt" - Jack Nicholson - als Warren Schmidt.
Für Lübbe Audio interpretierte das Multitalent etliche Titel, darunter auch Stephen-King-Werke. Martin Maria Schwarz rezensierte 1999 in der Frankfurter Rundschau die CD Trucks wie folgt:"Die Technik hat sich gegen die Menschen verschworen, gegen die zu urzeitlichen Ungeheuern mutierten Maschinen ist ein Aufstand zwecklos. Joachim Kerzel passt als Ich-Erzähler seine Sprechhaltung dieser Einsicht an. Bar jeder Aufregung führt er durch die Geschichte, sicher gegründet in seiner schwer und rau wie Sandstein anmutenden Stimme, mit einer Kraft, die in bestechender Weise Bilder entstehen lässt. Da vermittelt sich dem Hörer ein Mann in verstaubten Jeans, mit vom T-Shirt nur halb verdeckten, kräftigen Oberarmen, wie er im Wirbel der Hysterie Angstschweiß und Zittern zurückdrängt ... Was Stephen King an Typenbezeichnungen vorgefertigt hat, das füllt Kerzel mit Saft und Farbe, mit vokaler Kraft und Dynamik."
Neben den Kurzgeschichten von Stephen King stand Joachim Kerzel aber auch Pate für eines der Meisterwerke der gesamten Verlagsgruppe: dem Weltbestseller Die Säulen der Erde von Ken Follett (Goldene Schallplatte 2004). Auf acht Kassetten und 12 CDs ist die über 14stündige (gekürzte!) Fassung des Mittelalterepos erschienen. Kerzel brauchte noch nicht einmal eine Woche für die Aufnahme, was jedoch keine Einbuße in der Qualität seiner Leistung bedeutet. Diese Leistung würdigte Cornelia Becker 1998 in Lesart:
"Der hervorragende Sprecher Joachim Kerzel liest das umfangreiche Werk in einer Weise, die einem Personen und Schauplätze in jedem Fall lebendig werden lassen. Seine Stimme ist prägnant, sympathisch, voller Ausdruck und Charakter, passt zu der Erzählung, die einen Sprecher benötigt, der Lebenserfahrung und Stärke vermittelt. Anfangs hatte ich die vage Vorstellung von einem uralten Erzähler, der mit brüchiger Stimme seine letzten Worte haucht, doch dies hätte der Geschichte nur eine übertriebene historische Romantik aufgesetzt und der Kraft des Humors und der Lebendigkeit beraubt, die Kerzel ihr verleiht. Keine einzige langweilige von 825 Minuten ? eine beachtliche Leistung, die gleichermaßen Autor und Sprecher zu verdanken ist."
Im Herbst 1998 erschien als Hörbuch ferner der Vatikan-Thriller Sixtinische Verschwörung nach dem Roman von Philipp Vandenberg. Im Jahr 1999 wird erneut eine Erzählung von Stephen King - Briefe aus Jerusalem - veröffentlicht. Es folgten der Horror-Klassiker Der Exorzist nach dem Roman von William Peter Blatty sowie - diesmal gemeinsam mit Franziska Pigulla interpretiert - der Stephen King Roman Das Mädchen und die Novelle Atemtechnik.
Ferner sorgt der versierte Sprecher in der Rolle des Erzählers in den neuen John Sinclair Hörspielen für das richtige Maß an Spannung.
Joachim Kerzel, eine Stimme, die aus Kino oder Fernsehen nicht wegzudenken ist, und deren Fehlen auch Lübbe Audio deutlich ärmer machen würde.
Sag' es noch einmal, Kerzel ...
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