Die brennenden Kammern
 - Kate Mosse - eBook

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

14,99

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Historische Romane
620 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-8636-3
Ersterscheinung: 28.02.2020

Die brennenden Kammern

Historischer Roman
Übersetzt von Dietmar Schmidt

(54)

Carcassonne, 1562: Minou Joubert wächst als Tochter eines katholischen Buchhändlers auf. Eines Tages erhält sie einen versiegelten Brief mit den Worten: "Sie weiß, dass Ihr lebt." Noch bevor sie herausfinden kann, was hinter der mysteriösen Botschaft steckt, wird die Begegnung mit dem jungen Piet Reydon ihr Leben für immer verändern. Denn der Hugenotte hat eine gefährliche Mission, und er zählt auf Minous Hilfe, um aus der Stadt zu fliehen.

Rezensionen aus der Lesejury (54)

gaensebluemche gaensebluemche

Veröffentlicht am 08.08.2020

Wenn ein Funke zu einem Großfeuer wird

Der Titel des Buches verwirrt zunächst, denn es geht weder um Feuer noch um Kammern. Die Geschichte handelt vielmehr von einem brisanten religiösen Konflikt im Frankreich des 16. Jahrhunderts. Die Protagonistin ... …mehr

Der Titel des Buches verwirrt zunächst, denn es geht weder um Feuer noch um Kammern. Die Geschichte handelt vielmehr von einem brisanten religiösen Konflikt im Frankreich des 16. Jahrhunderts. Die Protagonistin wird wie in vielen dieser historischen Romane aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen und muss sich in einer völlig neuen Welt zurechtfinden. Dabei begegnet sie unverhofften Freunden, unerbittlichen Feinden und ihrer eigenen Vergangenheit, von der sie bislang nichts wusste. So weit wie üblich. Interessant wird es jedoch da, wo das Leben der Menschen von der Religion und der Frage, wie man Gott zu dienen habe, so stark beeinflusst wird, dass das bisherige Leben nicht so fortgeführt werden kann. Die Protagonistin muss sich entscheiden: Folgt sie ihrer Familie und dem Althergebrachten trotz Zweifeln und Kritik, oder folgt sie der Liebe und dem Drang nach Neuem, so verführerisch und gefährlich? Es überrascht am Ende nicht, dass alles gut ausgeht, die Bösen ihre gerechte Strafe erlangen und die Ruhe wieder einkehrt, wenn auch auf einem anderen Niveau. Was von dem Buch bleibt, ist die Erinnerung daran, dass eine Idee, die als Funke beginnt, zu einem Großfeuer werden kann, das alte Mauern nicht nur in den Köpfen niederreißt.

Fazit: Ein authentisches Leseerlebnis für diejenigen, die Religionsgeschichte und Spannung im ausgehenden Mittelalter gern lesen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

SigiLovesBooks SigiLovesBooks

Veröffentlicht am 14.06.2020

Wenn alte Geheimnisse lange Schatten werfen

Carcassone, 1526:
Die neunzehnjährige Minou Joubert, Tochter eines katholischen Buchhändlers, erhält eines Tages einen versiegelten Brief mit nur fünf Worten: "Sie weiß, dass Ihr lebt." Doch noch bevor ... …mehr

Carcassone, 1526:
Die neunzehnjährige Minou Joubert, Tochter eines katholischen Buchhändlers, erhält eines Tages einen versiegelten Brief mit nur fünf Worten: "Sie weiß, dass Ihr lebt." Doch noch bevor sie herausfinden kann, was hinter der mysteriösen Botschaft steckt, wird die Begegnung mit dem Protestanten Piet Reydon ihr Leben für immer verändern. Denn der junge Hugenotte hat eine gefährliche Mission. Als er zu Unrecht des Mordes beschuldigt wird, verhilft ihm Minou zur Flucht aus der Stadt. Erst in einem einsamen Bergdorf kommen sie dem Rätsel um den geheimnisvollen Brief auf die Spur. (Quelle: Buchrückentext)

"Die brennenden Kammern" von Kate Mosse ist ein farbenprächtiger, spannender und oftmals abenteuerlicher Auftakt um das Schicksal der Hugenotten, die besonders im Frankreich des 16. Jhd. eine unsägliche Verfolgung durch die katholische Kirche erleben mussten, der sich die Autorin hier widmet.

Der Roman gliedert sich in 3 Teile und ist in stetigem Wechsel in Carcassonne, Wassy (Nordost-Frankreich), Toulouse und Puivert (ein kleines Bergdorf, in dem die Familie Joubert einst lebte und wo Minou geboren wurde). In unruhigen Zeiten lernen wir die beiden sympathischen Hauptprotagonisten kennen; Minou Joubert, ein unerschrockenes und mutiges junges Mädchen, das seinem Vater in dessen Buchhandlung hilft, seit die Mutter starb und ihre kleine Schwester Alis und ihren Vater aufrichtig liebt - und Piet Reydon, ein junger Hugenotte, der auf einer Mission ist, die sehr gefährlich ist und er mit seinem einstigen Weggenossen und Freund Valentin zusammentrifft, der katholischer Priester ist und von der Gier nach Macht zerfressen; ebenso wie seine heimliche Geliebte, die Herrin der Burg von Puivert... Es geht zum einen um ein verschollenes Testament und zum anderen um das Grabtuch Christi, das das heiligste Relikt der katholischen Kirche darstellte und dem Wunder nachgesagt werden; dass der Besitzer mit Macht gestärkt wird, lautet die Kunde. Valentin, der seine Macht mehren will und der ein dunkles Herz hat, würde alles dafür tun, um an dieses Tuch zu gelangen... Ist er der Fälschung oder dem wahren Grabtuch auf der Spur?

Kate Mosse gelingt es von Anfang an, Spannung zu erzeugen und die Protagonisten, die sich ineinander verlieben, sehr authentisch darzustellen. Der gut recherchierte Roman zeigt auch reale historische Personen wie etwa Francois de Lorraine, den Herzog von Guise; seines Zeichens machthungrig und bei Hofe unerwünscht: Guise hasst die Hugenotten, die laut Edikt ihre Gebetshäuser außerhalb der Stadtmauern errichten durften. Gerade diese Unterdrückung religiös Andersdenkender und Intrigen sowie Angriffe, die mit päpstlicher Erlaubnis gegen die Hugenotten von der katholischen Kirche betrieben wurden (was in der Bartholomäusnacht gipfelte), machen den Leser mehr als betroffen und lassen mich diese Kirche kein Quentchen mehr sympathisch erscheinen als sie es m.E. ohnehin ist - historisch betrachtet. Auch die Katharer hatten 350 Jahre zuvor mit Verfolgung - und Abschlachtung zu kämpfen, bis sie regelrecht ausgelöscht waren. Einige Hugenotten und deren Nachfahren haben diese Verfolgungen zum Glück überlebt und konnten teils rechtzeitig ins Ausland fliehen - was sich noch heute an manchen Namen (z.B. Laval) zeigt.

Diese Härte und Ungerechtigkeiten gegenüber einer andersdenkenden Minderheit hat Kate Mosse authentisch am Beispiel der Familie Joubert - besonders Minou und Piet Reydon, darstellen können. Auch die Verlogenheit der katholischen Kirche und Brutalität, die sich in "peinlichen Befragungen" äußerten - und seelisch gebrochene Menschen zurückließen, falls sie diese Folterprozeduren überhaupt überlebt hatten, kommt hier zum Tragen.

Bei aller Unterhaltsamkeit und Spannung ist die Reise mit Minou und Joubert mit allerlei Schrecken gepflastert, die diese unruhigen Zeiten in Frankreich porträtieren.

Am Romanende wird immer deutlicher, dass die boshafte Herrin der Burg von Puivert und der machtgierige Priester Valentin bzw. Vidal sich in ihrer Gier nach Macht und Reichtum gegenseitig überbieten, ebenso an verlogener Gläubigkeit und eiskalten Herzen....

Ich fand die Anmerkungen der Autorin zur Sprache (Französisch, Okzitanisch) und zur Theologie sehr interessant; ebenso die Gemeinsamkeiten von Katharern und Hugenotten, die die Freiheit des Geistes und des Gedankens gemeinsam hatten.

Ich empfehle den Romanauftakt zum Schicksal der Hugenotten gerne weiter und bin bereits gespannt auf die Fortsetzung!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

kessi67 kessi67

Veröffentlicht am 11.06.2020

Minou und ein großes Geheimnis

Carcassonne, 1562: Minou Joubert wächst als Tochter eines katholischen Buchhändlers auf. Eines Tages erhält sie einen versiegelten Brief mit den Worten: "Sie weiß, dass Ihr lebt." Noch bevor sie herausfinden ... …mehr

Carcassonne, 1562: Minou Joubert wächst als Tochter eines katholischen Buchhändlers auf. Eines Tages erhält sie einen versiegelten Brief mit den Worten: "Sie weiß, dass Ihr lebt." Noch bevor sie herausfinden kann, was hinter der mysteriösen Botschaft steckt, wird die Begegnung mit dem jungen Piet Reydon ihr Leben für immer verändern. Denn der Hugenotte hat eine gefährliche Mission, und er zählt auf Minous Hilfe, um aus der Stadt zu fliehen.

Zum Inhalt:
Minou ihr Vater ist nach seiner letzten Reise nicht mehr der Alte der er einmal war. So ist es an ihr, die Buchhandlung ihres Vater am laufen zu halten.
Doch plötzlich geschehen immer mehr schlimme Dinge. Die Glaubensfrage hat das Land gespalten, streng katholische, die Hugenotten, Juden und die Protestanten, viele von ihnen wollen nur eines, an ihren Gott glauben und in Frieden miteinander leben. Doch die katholische Kirche möchte dies nicht unbedingt tolerieren.
Ein Glaubenskrieg droht den Frieden zu bedrohen. Dann bekommt Minou diese kurze Nachricht......"Sie weiß, dass Ihr lebt!" Was hat es mit diesem Brief auf sich? Auch ihr Vater weicht auf jeder Frage von Minou aus, obwohl er etwas zu wissen scheint. Warum ist er in diesem katastrophalen Zustand, als sei er in eine tiefe Depression gefallen. Das ihrem Vater während seiner letzten Reise etwas schlimmes zugestoßen ist, ahnt Minou nicht.
Völlig unverhofft lernt sie Pieter Reydon kennen und ahnt nicht, wie ihr Leben in Zukunft miteinander verbunden sein wird.
Ihr Vater trifft eine Entscheidung, er schickt Minou und ihren Bruder nach Toulouse, wo sie bei der Tante und Onkel Leben sollen.
Auch dort warten große Herausforderung auf die beiden. Ihre Tante erzählt Minou von ihrer Schwester, Minous Mutter. Und plötzlich schwirren immer mehr Fragen, die ihr niemand geantwortet, in ihrem Kopf.
Dann ist da noch eine Bibel, auf französisch geschrieben, also ein verbotenes Buch. Und in dieser ist ein Testament versteckt. Was hat es damit auf sich?
Die Lage spitz sich in Toulouse immer mehr zu, die schillernde Stadt gleicht einem Schlachtfeld. Überall Elend und Tod. Bevor Minou mit ihrem Bruder aus der Stadt fliehen kann, findet sie noch Briefe die an sie gerichtet sind, sie aber nie erhalten hat. Und was darin steht ist eine große Katastrophe. Nun musss sie all ihre Kraft aufbringen um diese Katastrophe zu beenden. Dabei steht sie nicht alleine da, es gibt liebe Menschen und gute Freunde die ihr zur Seite stehen.

Meine Meinung:
Da ich schon einige Bücher von Kate Mosse gelesen habe, war meine Erwartung sehr hoch. Ich stelle mir immer wieder die Frage, schafft es der (die) Autor/in das vorherige Niveau zu halten.
Dazu gehören bei mir die Spannung, die Charaktere der Protagonisten und natürlich die historischen Hintergründe. Diese Frage kann ich mit einem eindeutigen "Ja" beantworten. Die Autorin hat mich gefangen und auf eine spannende Reise mitgenommen. Minou ist eine starke junge Frau, sie hardert nicht mit ihrem Schicksal, sondern unternimmt etwas. Auch die anderen Charaktere sind sehr interessant, wie sie sich entwickeln, welche Stärken und Schwächen haben sie? Dies alles bringt Kate Mosse mit ihrem tollen authentischen Schreibstil zur Geltung. Auch die historischen Fakten sind sehr interessant und gut in die Geschichte eingebunden.
Es lohnt sich, diesen tollen historischen Roman zu lesen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

EllasWorlfofbooks EllasWorlfofbooks

Veröffentlicht am 01.06.2020

unterhaltsamer Historischer Roman

Beim Hörbuch zu „Die Brennenden Kammern“ handelt es sich um eine bearbeitete Fassung. Das Buch hat stolze 625 Seiten mit 621 Hörminuten. Das Buch stellt den Auftakt zu einer Romanreihe über die Verfolgung ... …mehr

Beim Hörbuch zu „Die Brennenden Kammern“ handelt es sich um eine bearbeitete Fassung. Das Buch hat stolze 625 Seiten mit 621 Hörminuten. Das Buch stellt den Auftakt zu einer Romanreihe über die Verfolgung der Hugenotten im 15./16. Jahrhundert dar.
Klappentext: Carcassonne, 1562: Minou Joubert wächst als Tochter eines katholischen Buchhändlers auf. Eines Tages erhält sie einen versiegelten Brief mit den Worten: "Sie weiß, dass Ihr lebt." Noch bevor sie herausfinden kann, was hinter der mysteriösen Botschaft steckt, wird die Begegnung mit dem jungen Piet Reydon ihr Leben für immer verändern. Denn der Hugenotte hat eine gefährliche Mission, und er zählt auf Minous Hilfe, um aus der Stadt zu fliehen.
Bisher habe ich noch kein Buch der Autorin gelesen und am Anfang war ich mir auch unsicher, ob dieses Buch wirklich was für mich ist, denn zu Beginn war ich etwas überfordert. In den ersten Kapiteln begegnet man unglaublich vielen Charakteren und ich hatte wirklich Angst, dass mich dieses Buch regelrecht erschlägt. Mit der Zeit hat sich das aber gelegt und ich konnte die Charaktere immer besser zuordnen.
Dem Thema der Glaubenskriege zwischen Katholiken und Hugenotten bin ich bisher in noch keinem Buch begegnet. Die Autorin schafft es aber, die Konflikte, durch ihr unglaubliches Hintergrundwissen, sehr gut und verständlich darzustellen und sie in eine tolle Geschichte einzubetten. Ich hatte nicht das Gefühl, dass man Vorwissen zur Thematik benötigt, um dieses Buch zu lesen. Besonders spannend an diesem Buch fand ich die Auszüge aus dem Tagebuch einer Unbekannten. Die Einträge sind nur so von Rachegedanken bestückt. Zunächst hat man keine Ahnung, von wem diese Passagen sein könnten, doch im Verlauf kommt immer mehr Licht ins dunkle. Diese Art der Darstellung fand ich besonders spannend. Die Geschichte rund um die Tagebucheinträge war ebenfalls sehr gut und dynamisch. Die Geschichte bietet vor allem viele Geheimnisse, Intrigen, Verrat, Gewalt und Liebe.
Das Hörbuch ist sehr angenehm vertont. Die Sprecherin war mir von Anfang an sympathisch und sie verzichtet auf überspitzte Betonung. Insgesamt konnte ich ihr sehr gut folgen und mochte die Art und Weise wie sie die Geschichte erzählt hat.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Buecherseele79 Buecherseele79

Veröffentlicht am 23.05.2020

Auftakt zum Hugenottenkrieg

Carcassonne, Frankreich, im Jahr 1526. Die 19jährige Minou Joubert kümmert sich um den Buchladen und ihre Geschwister, nachdem der Vater nach einer Reise verändert Heim gekommen ist. Als wäre dies nicht ... …mehr

Carcassonne, Frankreich, im Jahr 1526. Die 19jährige Minou Joubert kümmert sich um den Buchladen und ihre Geschwister, nachdem der Vater nach einer Reise verändert Heim gekommen ist. Als wäre dies nicht belastend genug erhält sie einen Brief mit einer geheimen und beunruhigenden Botschaft, doch was kann gemeint sein? Wer weiß dass sie noch lebt? Als ein Mord in Carcassone passiert verhilft sie Piet Reydon zur Flucht, doch kann sie den jungen Mann nicht vergessen…die Ereignisse in Frankreich spitzen sich dramatisch zu und jeder muss sich nun für die eine Seite entscheiden…
„Alles und jeder ist käuflich. Um Wissen, eine Seele, ein Versprechen auf Vorankommen oder das Versprechen, in Ruhe gelassen zu werden. Ein Brief, für einen Sol zugestellt. Ein Ruf, ruiniert um den Preis für einen Laib Brot. Und wenn Gold und Silber scheitern, bleibt immer die Spitze des Dolchs. Mut ist ein Schönwetterfreund.“ (Seite 63)
Ein historischer Roman über den Krieg in Frankreich zurzeit von 1562 bis 1598. Die Autorin beschreibt gleich zu Beginn eine Anmerkung zu den Hugenottenkriegen. Ebenso enthält es ein Personenverzeichnis was man nutzen kann und nutzen wird in dieser Geschichte.
„Die brennenden Kammern“, sind der Auftakt zu einer Reihe rund um die Hugenottenkriege. Gerade Kriege die schon länger her sind, die man nicht im Gedächtnis hat oder nicht zu der Geschichte des eigenen Landes gehören sprechen eine Faszination aus, dies würde ich hier auch auf dieses Buch schreiben, auch wenn der Einstieg etwas holprig war.
Der Schreibstil ist zu Beginn ruhig, man fragt sich dann schon was es mit den Kammern auf sich haben könnte. Auch nutzt die Autorin einen sehr bildhaften Schreibstil, ein tolles Kopfkino, doch manchmal ist es zu ausgeschmückt und bremst den Lesefluss eher ab. Dies legt sich mit der Zeit, zum Glück, aber.
Zwischendurch gibt es einen Einblick in das Wissen und Handeln einer anderen Person, in einer kursiven Schrift, festgehalten.
Die Hauptprotagonisten sind Minou Joubert und Piet Reydon.
Minou war mir zu Beginn zu blass, die Dialoge mit ihr fanden keinen Anklang und ich konnte mit ihr als Person nicht sonderlich was anfangen. Wie Minou wundert man sich über den Brief den sie erhält, aber wie Minou vergisst man ihn auch wieder und geht mit ihr von Carcassonne nach Toulouse. Als Minou ihren Bruder begleitet nimmt die Geschichte eine neue Wendung ein und auch die Hauptprotagonistin wurde mir sympathischer, mutiger, setzte sich Ziele und Wege und eine eigene Zukunft. In diesen Zeiten ein neues Wagnis.
Piet Reydon gehört zum Lager der Hugenotten. Durch ihn erhält man einen Einblick in den vor sich hin schwelenden Hass zwischen Hugenotten und Katholiken. Man merkt dass sie Situation sich immer mehr zuspitzt, auch seine Meinungsverschiedenheit mit seinem ehemaligen Freund Vidal, der als Priester tätig ist, zeigen den tiefen Riss auf. Ich fand Piet immer sehr bewundernswert weil er, trotz Widrigkeiten, Hass und Bedrohungen zu seinem Glauben, zu seinem Wort steht und sich nicht beirren lässt. Seinen Glauben aber nicht brutal auslebt, andere bekennen möchte sondern Nächstenhilfe auslebt.
Um beide Protagonisten gibt es ein Netz aus Freunden, Feinden, Familie. Sie alle spielen eine Rolle in diesem beginnenden Krieg und haben ihre Geheimnisse die sich bewahren möchten, damit Geld machen wollen, jemanden hervorheben oder jemanden ermorden wollen. Die Zeiten waren damals sehr düster, dreckig und ein Schlag mit dem Stock, ein Münzstück konnte jederzeit alles verändern. Das baut die Autorin sehr gekonnt und gut umgesetzt in ihre Geschichte ein.
Wie kam es zum Ausbruch dieses Krieges? Für welche Ziele, Glaubensrichtung, Überzeugung stehen beide Seiten? Wo liegt der Unterschied? Gibt es überhaupt einen? Gibt es eine Seite die weniger ehrlich kämpft und streitet als die andere? Was waren dies für Zeiten? Und wie sind sie überhaupt ausgegangen?
Neben der Geschichte von Minou und Piet gibt es immer wieder Einblicke wie es zu den weiteren Ausschreitungen kommen konnte, wie dieser Stein des Hugenottenkrieges ins Rollen gebracht wurde. Krieg ist immer eine schreckliche und dreckige Angelegenheit, so auch in diesem Buch, mit seinen Beschreibungen und den Zuständen der Bevölkerung.
Was das Geheimnis von Minou ist wird im Laufe des Buches dann stückchenweise aufgeklärt. Irgendwann kann man aber sich so den einen oder anderen Verlauf zusammenreimen, tut der Geschichte aber keinen Abbruch. Wie es zu diesen ganzen Umständen kam ist auch hier gut umgesetzt, gut erklärt und lässt zum Ende keine Fragen offen.
Für mich ein Buch was zu Beginn etwas schwächelt, aber dann doch eine sehr interessante, erschreckende und gut historisch umgesetzte Geschichte erzählt die ich gerne weiter empfehlen möchte.
„Sag mir, Vidal“, ergriff Piet schließlich das Wort, „fragst du dich niemals, weshalb deine Kirche sich so bedroht fühlt von dem Gedanken, dass wir Gott anders verehren als ihr?“. „Es ist eine Frage der Sicherheit. Ein einiger Staat ist ein starker Staat. Wer sich absondert, schwächt das Ganze.“. (Seite 121)

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Kate Mosse

Kate Mosse - Autor
© Ruth Crafer

Die britische Bestsellerautorin Kate Mosse lebt in Chichester (West Sussex) sowie in Carcassonne (Südfrankreich), wo auch ihr neuster Roman spielt. Ihre Bücher werden in 37 Sprachen übersetzt und erscheinen in 40 Ländern. Weltbekannt wurde sie mit dem internationalen Bestseller „Das verlorene Labyrinth“. Neben dem Schreiben ist sie in Rundfunk und Fernsehen aktiv und hat eine Gastprofessur and der University of Chichester inne. Außerdem ist sie die Gründerin des Women’s Prize for …

Mehr erfahren
Alle Verlage