Eva Völler - Autor
© Olivier Favre

Autorin

Eva Völler

Eva Völler hat sich schon als Kind gern Geschichten ausgedacht. Trotzdem verdiente sie zunächst als Richterin und Rechtsanwältin ihre Brötchen, bevor sie die Juristerei endgültig an den Nagel hängte. "Vom Bücherschreiben kriegt man einfach bessere Laune als von Rechtsstreitigkeiten. Und man kann jedes Mal selbst bestimmen, wie es am Ende ausgeht."
Die Autorin lebt mit ihren Kindern am Rande der Rhön in Hessen.

Steckbrief

Im Steckbrief erzählt Eva Völler über ihren Roman "Auf ewig dein"

Lieblingssatz aus dem Buch: „Es gab nur einen Grund, warum er aus der Zukunft zu mir gekommen war: Ich war gestorben.“Die Stelle im Buch, die am schwierigsten zu schreiben war: Das Dinner mit Heinrich dem Achten vor dem großen Finale – da musste alles minutiös getaktet und für die finale Auflösung v...

Lieblingssatz aus dem Buch:
„Es gab nur einen Grund, warum er aus der Zukunft zu mir gekommen war: Ich war gestorben.“
Die Stelle im Buch, die am schwierigsten zu schreiben war:
Das Dinner mit Heinrich dem Achten vor dem großen Finale – da musste alles minutiös getaktet und für die finale Auflösung vorbereitet werden, das war eine ziemlich knifflige Arbeit.
Der perfekte Ort, um das Buch zu lesen:
Überall da, wo man Ruhe hat, sodass Raum und Zeit um einen herum versinken können.
Welchem Prominenten würden Sie Ihr Buch gern überreichen und welche Widmung stünde drin?
Dem berühmten Autor Mark Twain, wenn er noch leben würde (Schöpfer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn). Als Widmung stünde einfach nur drin: DANKE! Mark Twains Zeitreise-Roman „Ein Yankee am Hofe des König Artus“ hat mich als Kind so tief beeindruckt, dass mir das Thema nie mehr aus dem Sinn gegangen ist.
Was darf beim Schreiben auf keinen Fall fehlen – abgesehen von Rechner, Schreibmaschine oder Stift?
Kaffee.
Was ist schöner: den letzten Satz zu Ende gebracht zu haben oder das fertige Buch in Händen zu halten?
Das ist beides großartig, jedes auf seine Art.
Wer oder was hilft, wenn es mal schwierig ist, weiterzuschreiben?
Kaffee!!!
Was war zuerst da: die Story oder eine Figur aus dem Buch?
Meist sind die wichtigen Figuren schon vorher da und die Geschichte folgt danach.
Wie wichtig sind Freunde, Familie, Berater beim Schreiben?
Unverzichtbar.
Lieber akkurat durchplanen oder erstmal drauflosschreiben?
Akkurat durchplanen. Das spart hinterher viel Arbeit und Nachdenken.
Welche Farbe hätte das Cover auf keinen Fall haben dürfen und warum?
Es gibt eigentlich keine Farbe, gegen die ich eine totale Abneigung habe. Bei entsprechender Covergestaltung kann eigentlich jede Farbe toll aussehen (auch wenn ich selbst vielleicht keine Kleidung z.B. in Schweinchen-Rosa anziehen würde)
Wer das Buch liest, fühlt sich nach der letzten Seite…?
Hoffentlich erfüllt von Vorfreude auf den nächsten Band!

Interview

"Dat Platt is mich schon inne Kindheit in Fleisch und Blut übergegangen!" | 03.04.2020

Mit Ihrem neuen Roman „Ein Traum vom Glück“ startet Ihre große Ruhrpott-Saga. Können Sie kurz in eigenen Worten erzählen, worum es darin geht? Erzählt wird die Geschichte von Katharina, deren Mann Karl im Krieg verschollen ist. In den letzten Kriegstagen ist ihr zusammen mit ihren beiden Töchtern di...

Mit Ihrem neuen Roman „Ein Traum vom Glück“ startet Ihre große Ruhrpott-Saga. Können Sie kurz in eigenen Worten erzählen, worum es darin geht?
Erzählt wird die Geschichte von Katharina, deren Mann Karl im Krieg verschollen ist. In den letzten Kriegstagen ist ihr zusammen mit ihren beiden Töchtern die Flucht in den Westen gelungen, und nun lebt sie seit einigen Jahren bei ihrer Schwiegermutter Mine im Ruhrgebiet. Gegen alle Schwierigkeiten versucht Katharina, sich dort ein Leben aufzubauen. Als der Spätheimkehrer Johannes auftaucht, ein Verwandter von Mine und Karl, wird ihr Leben plötzlich auf den Kopf gestellt. Katharina und Johannes entwickeln Gefühle füreinander, von denen niemand erfahren darf, vor allem nicht Mine, denn sie glaubt unerschütterlich an die Rückkehr ihres Sohnes Karl.
Haben Sie einen persönlichen Bezug zum Ruhrpott oder warum haben Sie sich genau diese Gegend für Ihre Saga ausgesucht?
Ja, es gibt persönliche Bezüge zum Ruhrpott – mein Uropa war Bergmann, mein Opa auch, und ich bin ganz in der Nähe des Schauplatzes geboren und aufgewachsen. Für mich ist das ein Stück Heimat.
Sie haben bereits mehrere historische Romane veröffentlicht und sind in diesem Segment sehr erfolgreich. Normalerweise führen Sie den Leser in eine längst vergangene Zeit. Ihr letzter Erwachsenen-Roman “Tulpengold” spielt zum Beispiel im Jahr 1636. Für „Ein Traum vom Glück“ haben Sie sich nun an die Nachkriegszeit um 1950 herum gewagt. Was macht diese Zeit für Sie aus?
Das waren bewegte Jahre. Die Menschen hatten eine schreckliche Zeit überstanden und fingen wieder an, ihre Träume zu verwirklichen und sich voller Zuversicht ein neues Leben aufzubauen. Zugleich war aber auch vieles aus den zurückliegenden Kriegsjahren noch allgegenwärtig – Armut, Elend, Ängste und innerliche Verletzungen, und all das ließ sich auch durch die wachsende Aufbruchstimmung nicht so einfach aus der Welt räumen. Eine im wahrsten Sinne des Wortes wechselvolle Zeit!
Sie selbst sind zu jung, um den Krieg und die direkte Zeit danach persönlich erlebt zu haben. Wie haben sie sich dem Thema angenähert?
So jung auch wieder nicht. Ich wurde Mitte der 1950er Jahre geboren und habe in der Kindheit selbst noch viel „aufgeschnappt“. Zu jener Zeit war die Armut im Pott nach wie vor spürbar, und das Leid, das der Krieg den Menschen zugefügt hatte, noch zu sehen. Im Ruhrgebiet gab es noch Ruinen, Wohnraum war knapp, und essen konnte man auch nicht immer, was man gern wollte. Die unmittelbaren Erfahrungen während des Krieges und in den ersten Nachkriegsjahren habe ich in den teilweise schrecklichen Berichten von Eltern, Schwiegereltern und Großeltern sehr stark nachempfinden können. Man ist nachträglich froh, dass man das nicht selbst miterleben musste.
Und beim Bergbau-Slang und dem Ruhrplatt scheint Ihnen auch niemand etwas vormachen zu können? Oder lag das Wörterbuch beim Schreiben immer parat?
Von wegen Wörterbuch, dat Platt is mich schon inne Kindheit in Fleisch und Blut übergegangen! Für die weniger geläufigen Fachausdrücke aus dem Vokabular der Bergleute gibt es im Buch hinten ein Glossar, und für die Abläufe unter Tage konnte ich auf die Expertise meines Neffen zurückgreifen, der noch Steiger auf Prosper-Haniel war, jener Steinkohle-Zeche, die in Deutschland als letzte schließen musste.
Welche Figur ist Ihnen während des Schreibprozesses am Meisten ans Herz gewachsen?
Ich glaube, das war Johannes.
Ihre Protagonistin Katharina musste und muss sehr viel in ihrem Leben ertragen. Dabei bleibt sie aber eine sehr starke Frau, die sich durchkämpft und in dieser (besonders für Frauen) schwierigen Zeit nach dem Krieg nicht unterkriegen lässt. Gibt es ein Vorbild für Katharina aus Ihrem Leben oder Umfeld?
Ich würde sagen, ihr Charakter spiegelt für mich Eigenschaften meiner Großmütter wider, die auch in den schlimmsten Zeiten nie die Kraft und den Mut zum Weitermachen verloren haben. Beide sind für mich heute noch Vorbilder.
Petticoat, Halbstarke in Lederjacken und jede Menge Rock’n’Roll. Die Mode machte damals definitiv etwas her. Wären Sie selbst gerne Teenager in den 50er Jahren gewesen?
So schick das heute auf den Fotos auch aussieht – damals war die Mode wohl eher unbequem, jedenfalls nach dem, was meine Mutter so erzählt. Die Petticoats kratzten, die Unterwäsche zwickte, die Strümpfe verrutschten und hatten ständig Laufmaschen. Deo war zu teuer, das konnte sich keiner leisten, und für die Mädchen war die Monatshygiene eine einzige Katastrophe. Aber dafür war die Musik richtig cool!
Wie sieht Ihr Schreibprozess aus? Was ist zuerst da? Die Figuren oder die Geschichte? Welchen Ort bevorzugen Sie beim Schreiben?

Meist sind zuerst die Figuren da und die Zeit, in der eine Geschichte spielen soll. Die Handlung kommt dann nach und nach dazu. Ich schreibe immer an derselben Stelle – an meinem Schreibtisch. Da bin ich das absolute Gewohnheitstier. Ich beneide die Autoren, die nur mit Laptop und Sonnenbrille bewaffnet überall schreiben können, im Garten, im Café, im Zug. Das funktioniert bei mir leider nicht, dort kann ich höchstens lesen – was aber natürlich auch sehr praktisch ist, denn zu recherchieren gibt es immer was. Zum Schreiben brauche ich dann aber meine ergonomische Tastatur mit Handballenauflage und meinen Riesenmonitor. Und daneben viel Platz für jede Menge Zettelkram, Recherchematerial und natürlich die Kaffeetasse.

Der erste Band Ihrer Ruhrpott-Saga nimmt ein unerwartetes Ende und der Leser muss nun auf den zweiten Band „Ein Gefühl von Hoffnung“ bis Ende August warten. Können Sie einen kleinen Ausblick darauf geben, was uns im zweiten Teil erwartet, ohne zu viel zu verraten?
Hier wird – kurz gesagt und ohne zu spoilern – die Geschichte der Figuren weitererzählt, die wir in Band 1 kennengelernt haben. Die Handlung setzt sieben Jahre nach dem Ende von Band 1 ein.

Interview

Im Interview erzählt Eva Völler über ihren neuen Roman "Auf ewig dein" | 21.07.2017

Frau Völler, können Sie kurz erzählen, worum es in Ihrer neuen Buchreihe „Time School“ und speziell im ersten Band „Auf ewig dein“ geht?Es geht um neue Zeitreise-Abenteuer von Anna und Sebastiano. Aber diesmal sind auch andere Zeitwächter mit von der Partie, denn Anna und Sebastiano haben in Venedig...

Frau Völler, können Sie kurz erzählen, worum es in Ihrer neuen Buchreihe „Time School“ und speziell im ersten Band „Auf ewig dein“ geht?
Es geht um neue Zeitreise-Abenteuer von Anna und Sebastiano. Aber diesmal sind auch andere Zeitwächter mit von der Partie, denn Anna und Sebastiano haben in Venedig eine Zeitreiseschule gegründet und bilden dort Schüler aus, die ihnen auf ihren Einsätzen helfen sollen. Im ersten Band von „Time School“ müssen die Zeitreisenden spannende Abenteuer am Hof von König Heinrich dem VIII bestehen.
Auf wie viele Bände ist die Reihe angelegt?
Geplant sind aktuell drei Teile. Der zweite Band ist bereits in Arbeit und soll schon im kommenden Frühjahr erscheinen.
Es handelt sich um ein Sequel zu Ihrer Buchreihe „Zeitenzauber“, die vor einigen Jahren im Baumhaus Verlag erschienen ist. Wie genau ist die Idee entstanden?
Viele Leser wünschten sich neue Abenteuer von Anna und Sebastiano, aber weil „Zeitenzauber“ nun mal eine Trilogie war und alle drei Bände bereits erschienen waren, stand das nicht zur Debatte. Irgendwann entwickelte sich jedoch die Idee zu einem Spin-off, bei dem auch wieder Anna und Sebastiano die Hauptrollen spielen, aber zusätzliche Figuren ins Spiel kommen, die ihre eigene Geschichte haben. Und dann kam auf einmal der Gedanke einer Zeitreiseschule hinzu – das war der Startschuss zu „Time School“.
Fiel es Ihnen schwer, die damaligen Protagonisten Anna und Sebastiano in ein neues Abenteuer zu verwickeln?
Nein, das war ganz leicht. Die Beiden waren mir noch sehr vertraut. Und beim Schreiben habe ich schnell festgestellt, dass es doch noch einige Zeitreise-Abenteuer zu erzählen gibt.
Wie haben sich die Beiden weiterentwickelt, außer dass sie älter geworden sind?
Sie tragen jetzt mehr Verantwortung, denn sie bilden Schüler aus. Sie sind mit ihrem Job als Zeitwächter fester verwachsen als früher und stellen sich entschlossen den damit verbundenen Herausforderungen. Und natürlich haben sie jetzt mehr Lebenserfahrung, sind selbstbewusster im Umgang mit anderen, und über die von ihnen besuchten Epochen besser informiert.
Die Zeitenzauber-Trilogie war sehr erfolgreich und hat bis heute viele Fans. Wie erklären Sie sich den Erfolg der Reihe?
Einesteils lag es sicher an der schönen Liebesgeschichte, aber ich glaube, auch das Eintauchen in vergangene Epochen hat für die Leser einen starken Reiz. Unmittelbar aus der Gegenwart in die Vergangenheit zu springen und mitzuerleben, wie es damals war (oder gewesen sein könnte) – das ist ein bisschen wie ein Historienfilm im Kino, mit Helden aus unserer eigenen Zeit.
Was fasziniert Sie am Thema „Zeitreise“?
Wenn man sich vorstellt, in die Vergangenheit reisen zu können, springt unweigerlich die Fantasie an. Man fragt sich: Was dachten die Menschen damals, über sich selbst und ihre Welt, wie schafften sie es, sich unter oft so problematischen Umständen ihre Lebensfreude und ihr Glück zu bewahren? Im Vergleich beispielsweise zum Mittelalter leben wir Europäer heute in einer Oase der Seligkeit, mit Demokratie, Rentenversicherung, moderner Medizin, sekundenschneller weltweiter Kommunikation. Oh, und Zentralheizung, Duschen, Waschmaschinen … Damals gab es nichts davon. Die Menschen lebten überwiegend in Knechtschaft und starben früh. Im Winter mussten sie meist erbärmlich frieren, in ihren Klamotten hausten Flöhe. Es grassierten Seuchen und Hunger. Und trotzdem schlug man sich durch und versuchte, aus allem das Beste zu machen. Dieser extreme Gegensatz zu der teilweise übersättigten Welt, in der wir heute (zumindest in Europa) leben, hat mich an der Vergangenheit schon immer besonders fasziniert.
In welche Epoche würden Sie reisen, wenn Sie eine Zeitreisende wären?
Eigentlich in keine, es sei denn, mal kurz zum Gucken :-) Aussuchen würde ich mir dafür Italien (am liebsten Venedig) zur Zeit der Renaissance – eine Epoche unglaublicher Entwicklung. Damals haben sich die Menschen aus dem Dunkel des Mittelalters befreit – es war der Aufbruch in die Neuzeit.
Wem würden Sie „Auf ewig dein“ besonders empfehlen?
Zuerst natürlich allen Lesern, die „Zeitenzauber“ kennen und lieben, denn die warten schon lange darauf, dass Anna und Sebastiano wieder durch die Zeit reisen. Aber auch allen Neueinsteigern, die Zeitreise-Stories mögen.
Wie jeden einzelnen Band von „Zeitenzauber“ kann man auch „Time School“ für sich lesen.
Wie geht die Geschichte von Anna und Sebastiano weiter? Können Sie schon etwas über den zweiten Band verraten?
Das soll vorerst noch geheim bleiben! Was ich schon sagen kann: Die Helden aus „Time School – Auf ewig dein“ werden in Band zwei ziemlich viel unterwegs sein ...

Interview

„Kiss&Crime besteht aus drei Zutaten: Als Basis ein Thriller, kombiniert mit viel Liebe und Romantik, und das Ganze gewürzt mit einer großen Prise Humor.“ | 26.06.2015

Eva Völler hat sich als Autorin von Jugendbüchern, Frauenliteratur und historischen Romanen einen Namen gemacht. Ihre Zeitenzauber-Trilogie verkaufte sich über hunderttausend Mal. Dabei fing alles ganz anders an, denn ursprünglich war sie Richterin und Anwältin. Wie sie vom Richtertisch an den Schre...


Eva Völler hat sich als Autorin von Jugendbüchern, Frauenliteratur und historischen Romanen einen Namen gemacht. Ihre Zeitenzauber-Trilogie verkaufte sich über hunderttausend Mal. Dabei fing alles ganz anders an, denn ursprünglich war sie Richterin und Anwältin. Wie sie vom Richtertisch an den Schreibtisch kam, was es mit ihrer neuen Buchreihe Kiss&Crime auf sich hat und woher sie die Idee für den sexy Bodyguard Pascal hatte, verrät Eva Völler im nachfolgenden Interview.

Frau Völler, Sie sind eine erfolgreiche Autorin und haben mittlerweile über 40 Romane verfasst, dabei haben Sie zunächst einen ganz anderen Weg eingeschlagen …
Ja, ich bin gelernte Juristin und habe anfangs als Richterin und später als Anwältin meine Brötchen verdient. Eigentlich ein ganz nüchterner, sachlicher Beruf.
Ein interessanter Werdegang. Wie kamen Sie denn zum Schreiben? Hat in Ihnen schon immer eine Schriftstellerin geschlummert?
Wenn da vorher schon was geschlummert hat, hab ich’s nicht bemerkt, abgesehen davon, dass ich von jeher eine absolut begeisterte Leseratte war. Allerdings gab es während meiner Juristenlaufbahn schon immer Leute, die behauptet haben, ich würde in meinen Urteilen und Schriftsätzen zu blumigen und ausschweifenden Formulierungen neigen.
Und wie ich zum Schreiben kam: Als ich seinerzeit meine Anwaltskanzlei eröffnete, bekam ich meinen ersten eigenen, brandneuen PC. Ich hatte null Ahnung, wie man eine Maus bedient oder mit WORD umgeht. Da ich zu jener Zeit noch auf die ersten Mandanten wartete, nutzte ich die freie Zeit zum Üben. Um es etwas interessanter zu gestalten, schrieb ich eine kleine Geschichte. Dabei merkte ich zu meinem großen Erstaunen, wie viel Spaß das machte. Und so wurde aus der kleinen Geschichte ganz plötzlich ein richtiger Roman. Auf diese Weise hatte ich auf einmal den schönsten Nebenberuf der Welt, aus dem dann später mein Hauptberuf wurde: Autorin.
Unter verschiedenen Pseudonymen schreiben Sie Romane unterschiedlicher Genres und seit 2008 widmen Sie sich auch der Jugendliteratur. Was macht Ihnen am meisten Spaß?
Spaß macht mir jedes Genre, gerade die Abwechslung ist toll. Im Moment konzentriere ich mich hauptsächlich auf Jugendbücher, weil ich festgestellt habe, dass man damit Leser aller Altersgruppen erreicht. Gerade bei uns Frauen gilt anscheinend der Grundsatz: Innerlich bleiben wir alle irgendwie sehr romantische Mädchen.
Kerstin Gier („Edelstein“-Trilogie) ist eine gute Freundin von Ihnen und verfasst ebenfalls Jugendbücher und Frauenliteratur. Inspirieren Sie sich gegenseitig?
Wir sind schon seit vielen Jahren befreundet, und Kerstin hat mich mit ihrer wunderbar humorvollen Art und menschlichen Wärme schon immer motiviert und inspiriert, nicht nur als Autorin mit ihren Büchern, sondern auch als liebe Freundin und Vertraute in allen Lebenslagen. Unser Gedankenaustausch zu allen Themen des Schreibens war von jeher ein ganz wertvoller Bestandteil meines Autorendaseins.
Ihre erste Jugendbuchtrilogie „Zeitenzauber“ umfasst drei Fantasy-Romane, nun starten sie mit Kiss&Crime etwas ganz Neues. Wie kam es zu dem Genrewechsel?
Ich wollte immer schon mal gern einen Mädchen-Thriller schreiben. Als vorletztes Jahr gerade bei Lübbe das neue Imprint ONE an den Start ging und man mir einen Programmplatz anbot, habe ich kurz entschlossen meine Kiss&Crime-Idee dort vorgestellt. Daraus wurde dann prompt ein schönes gemeinsames Projekt.
Was ist das Besondere an der neuen Kiss&Crime Reihe?
Das ist die Kombination aus drei Zutaten: Als Basis ein Thriller oder Krimi, kombiniert mit viel Liebe und Romantik, und das Ganze gewürzt mit einer großen Prise Humor.
Der Auftakt der Reihe ist der Roman „Zeugenkussprogramm“, der im Herbst erscheint. Worum geht es in der Story?
Emily – so heißt die Hauptfigur des Romans – steckt gerade mitten im Abitur, als sich plötzlich unter dramatischen Umständen herausstellt, dass der Freund ihrer Mutter in ein Verbrechen verwickelt ist. Praktisch über Nacht muss die ganze Familie inkl. Oma und Hund in ein Zeugenschutzprogramm. Sehr zu Emilys Entsetzen geht es von der geliebten Großstadt in die tiefste Provinz, wo die jährliche Dorfkirmes schon ein echtes Highlight ist. Und als wäre das nicht schon nervig genug, lauern hinter jeder Ecke Gefahren. Der kleinste Fehler kann tödliche Konsequenzen für Emily haben. Deshalb wird ihr dieser gut aussehende junge Personenschützer Pascal zur Seite gestellt. Doch der stellt Emilys Leben erst recht auf den Kopf …
Also ein handfester Thriller und eine Lovestory zum Dahinschmelzen zugleich. Da bleibt uns beim Schmachten doch glatt der Atem weg, ob nun vor Spannung oder vor Lachen. Eine tolle Mischung. Woher hatten Sie die Idee zu dem Roman?
Das kann ich so genau gar nicht mehr sagen. Das Thema „Zeugenschutz“ hat mich allerdings schon immer fasziniert, denn es ist ja eine ganz reale Sache, die gar nicht mal so selten vorkommt. Es gibt sogar gesetzliche Regelungen darüber. Und es läuft wirklich so ab, dass man dabei vollständig aus seinem bisherigen Leben herausgerissen wird. Man muss den Kontakt zu Freunden abbrechen, unter neuem Namen woanders ganz von vorn anfangen – ein tiefer und sehr abrupter Einschnitt, eigentlich ein richtiges Trauma. Und dabei immer die Gefahr im Nacken, aufgestöbert zu werden, sodass man dringend auf kompetente, professionelle Beschützer angewiesen ist. Da drängt sich das Bild einer spannenden Lovestory fast von allein auf.
Lederjacke, Muskeln und bernsteinfarbene Augen – Pascals gutes Aussehen wird im Roman deutlich hervorgehoben und die Leserinnen können gar nicht anders, als ihm genauso zu verfallen wie die Protagonistin Emmy. Hand aufs Herz: Ähnelt Pascal vielleicht Ihrer Jugendliebe?
Bei der Frage muss ich gerade ein bisschen kichern, denn so was wird mir immer gern unterstellt. Mein polnischer Verlag hat zu meiner Zeitenzauber-Trilogie sogar die Theorie verbreitet, dass hinter der Figur des Sebastiano ein realer süßer Typ steckt, den ich als Mädchen in Venedig kennenlernte. Ich frage mich gerade, wie sie meinen polnischen Lesern dann Pascal erklären werden …
Im Buch zieht die Familie im Rahmen des Zeugenschutzprogramms in die Rhön, eine eher ländliche Gegend, die die Protagonistin zunächst ziemlich öde findet. In der Rhön ist auch Ihre jetzige Heimat. Wie gefällt Ihnen das Landleben?
Ich wohne ja nicht direkt in der Rhön, sondern in der Umgebung der nächstgelegenen Stadt, ich muss also noch ein kleines Stück rausfahren, um hinzukommen. Aber die Gegend ist zauberhaft, ich liebe die Landschaft und die freie Natur rund um die Wasserkuppe!
Dort, wo ich lebe, ist es allerdings auch sehr ländlich. Nur ein kleiner Spaziergang über die Dorfgrenze, und man ist umgeben von Bauernhöfen.
Gerti, Emmys Großmutter, ist ein liebenswürdiger, kauziger Charakter, der den Leser immer wieder zum Schmunzeln bringt. Als Autorin historischer Liebesromane hat sie keine Scheu, die leidenschaftlichen Szenen ihrer Geschichten in allen möglichen Alltagssituationen mit ihrem Diktiergerät aufzuzeichnen. Wie halten Sie Ihre Ideen fest?
Ganz anders. Ich schreibe alles am PC. Manchmal notiere ich mir kleine Ideen oder Gedankenblitze auch auf dem Handy.
Einer Ihrer Romane wurde bereits für die ARD verfilmt. Könnten Sie sich das auch für „Zeugenkussprogramm“ vorstellen?
Ja, das kann ich mir sogar sehr gut vorstellen!
Was erwartet uns in Zukunft bei Kiss&Crime?

Das wird noch nicht verraten. Nur so viel: Im nächsten Band wird es wieder ein spannendes Abenteuer mit Emily und Pascal geben. Allerdings spielt das nicht in ländlicher Umgebung, sondern in einer Stadt. Und zwar in einer sehr großen …

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