Kristina Günak - Autor
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Autor

Kristina Günak


Kristina Günak wurde 1977 in Norddeutschland geboren. Nachdem sie jahrelang als Maklerin arbeitete, ist sie heute als Mediatorin und systemischer Coach tätig. 2011 erschien ihr erster Roman, und seither hat sie sich mit ihren humorvollen Büchern unter Liebesromanleserinnen einen Namen gemacht. Sie schreibt auch unter dem Pseudonym Kristina Steffan.

Steckbrief

Autorensteckbrief mit Kristina Günak

Name: Kristina GünakTitel des Buchs: „Glück ist meine Lieblingsfarbe“Lieblingssatz aus dem Buch: „Alle Menschen sind auf der Suche nach einem guten Leben. Aber nur die wenigsten wissen offenbar, was das ist.“Die Stelle im Buch, die am schwierigsten zu schreiben war: Die Mitte! Die Mitte is...

Name:
Kristina Günak
Titel des Buchs:
„Glück ist meine Lieblingsfarbe“
Lieblingssatz aus dem Buch:
„Alle Menschen sind auf der Suche nach einem guten Leben. Aber nur die wenigsten wissen offenbar, was das ist.“
Die Stelle im Buch, die am schwierigsten zu schreiben war:
Die Mitte! Die Mitte ist immer schwer. ;-)
Der optimale Soundtrack zum Buch:
Ed Sheeran „Happier“
Der perfekte Ort, um das Buch zu lesen:
Ein Liegestuhl in der Sonne, das Sofa, im Bett, oder im Zug. Das Buch ist da sehr kompatibel und pflegeleicht.
Was darf beim Schreiben auf keinen Fall fehlen – abgesehen von Rechner, Schreibmaschine oder Stift?
Kaffee. Unmengen an Kaffee. Ein Klischee, aber so ist es leider.
Was ist schöner: den letzten Satz zu Ende gebracht zu haben oder das fertige Buch in Händen zu halten?
Beides ist grandios!
Wer oder was hilft, wenn es mal schwierig ist, weiterzuschreiben?
Nichts und niemand kann da helfen. Man muss einfach immer weiterschreiben.
Was war zuerst da: die Story oder eine Figur aus dem Buch?
Bei mir sind immer erst die Figuren da. Der Plot ergibt sich aus ihren Ängsten, Wünschen und Sehnsüchten.
Wie wichtig sind Freunde, Familie, Berater beim Schreiben?
Außer meiner Lektorin, die mir zwischendurch nette Dinge sagt, brauche ich niemanden zum Schreiben. Aber Kuchen, warmes Essen und zwischendurch mal gucken, ob Frau Günak noch da ist, nehme ich von Freunden und Familie dankend entgegen.
Lieber akkurat durchplanen oder erstmal drauflosschreiben?
Die Eckpunkte festlegen, Start und Ziel definieren und dann in die Geschichte fallen lassen.
Welche Farbe hätte das Cover auf keinen Fall haben dürfen und warum?
Schlammgrün. Weil das sehr hässlich wäre. ;-)
Wer das Buch liest, fühlt sich nach der letzten Seite…?
… vielleicht inspiriert, über sein eigenes Glück nachzudenken.

Interview

„Das Buch ist für alle. Besonders für die, die sich schon mal gefragt haben, ob der stetige Strom des Lebens jetzt auf ewig so weitergeht und ob das so sein muss.“ Kristina Günak | 07.06.2019

Ihre Hauptfigur Juli nimmt sich eine Auszeit von ihrem Alltag in Hamburg. Was ist geschehen?Etwas sehr Schlimmes, aber das kann ich hier natürlich keinesfalls verraten. Ich hatte grade eine Leserunde zu dem Buch und die Mitlesenden haben bis zum Schluss gerätselt. Jedes Buch braucht ein Geheimnis ...

Ihre Hauptfigur Juli nimmt sich eine Auszeit von ihrem Alltag in Hamburg. Was ist geschehen?
Etwas sehr Schlimmes, aber das kann ich hier natürlich keinesfalls verraten. Ich hatte grade eine Leserunde zu dem Buch und die Mitlesenden haben bis zum Schluss gerätselt. Jedes Buch braucht ein Geheimnis und man darf sich als Autorin nicht verleiten lasse, es zu früh zu verraten.
Wie kamen Sie auf die Idee zu Ihrem Roman?
Julis Figur hatte ich schon lange im Kopf, bis sie allerdings eine komplette Geschichte bekommen hat, ging noch einige Zeit ins Land. Als erstes kam der Schauplatz La Palma dazu. Der entstand auf einer langen Autofahrt mit meinem Mann. Wir haben über schöne Settings für meine Romane sinniert und ich dachte mir, dass ich gerne mal einen Roman in Spanien spielen lassen würde. Ich habe zwei Jahre in Spanien gelebt und hatte Lust, die Seele des Landes in eine Geschichte fließen zu lassen. Daraus ist dann das Glücksbuch entstanden.
Können Sie Ihre Story kurz skizzieren?
Juli sucht sich selbst. Ganz verzweifelt sucht sie ihren eigenen Weg und ihr Glück, da sie aber beides in Hamburg nicht findet, beschließt sie, ihrem besten Freund Malte nach La Palma zu folgen. Der betreibt dort eine Segelschule und ganz langsam und mit kleinen Schritten fasst Juli Fuß in ihrem neuen Leben und findet sich langsam ein, in eine ihr völlig fremde Welt. Sie trifft erst auf Calida, einen kleinen Hund, der dringend ihre Hilfe braucht und dann auf Quinn, einen etwas wortkargen Immobilienmakler, der ihr ähnlicher ist, als sie zu dem Zeitpunkt ahnen kann. Und irgendwann entscheidet sie sich, es mit den Worten von Voltaire zu halten: „Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.“
Juli findet ihr Glück, so viel sei verraten. Nur sieht es anders aus, als sie es erwartet hat. Es geht in dieser Geschichte um Ansprüche, die die Gesellschaft an uns stellt, neue Lebensmodelle und Mut. Mut zur Liebe, Freundschaften und einem Neuanfang.
Wie würden Sie Juli beschreiben?
Juli hat etwas Schlimmes erlebt und flieht. Sie weiß, dass ihre Art zu leben sie nicht glücklich gemacht hat. Dabei war dieser Job in der Versicherung in Hamburg vermeintlich absolut perfekt. Nur eben nicht für sie. Juli fragt sich, wie sie leben möchte. Was für sie wichtig ist und was ihr ganz eigener Weg sein könnte. Dabei hat sie, wie so viele Menschen, Angst vor Entscheidungen, und zwar den großen, weichenstellenden Entscheidungen. Man träumt sich weg, anstatt wirklich und wahrhaftig eine Entscheidung zu treffen, vielleicht weil man Angst hat, diese irgendwann zu bereuen. Aber Juli hat auch verstanden, wie wichtig es ist, die eigenen Talente zu entdecken und zu leben. Bei Juli ist es ihre Fähigkeit mit Menschen umzugehen, genau zuzuhören und Gespräche zu strukturieren. Ihre Zauberkräfte, wie ihr bester Freund Malte zu sagen pflegt, aber bis sie selbst das versteht, dauert es einige Zeit.
Juli lernt den Immobilienmakler Quinn kennen. Sie haben selbst als Maklerin gearbeitet. Und wie Juli sind Sie im Norden Deutschlands geboren. Wie viel von Ihnen steckt in Ihren Charakteren?
Die beiden sind mir emotional ganz nah, und doch sind sie ganz anders als ich. Natürlich bekommt jeder Charakter Anleihen von mir, Quinns Chaos im Auto zum Beispiel, oder Julis angeschlagene Blümchentasse, die ihr in schwierigen Situationen Halt gibt. In meinem Auto herrscht immer absolutes Chaos und ich besitze auch so eine uralte, leicht demolierte Tasse, die mir in schweren Tagen den Kaffee serviert. Sonst durften Juli und Quinn sich aber recht frei entwickeln. Dass Quinn nun ausgerechnet Makler ist, hat natürlich noch einen anderen Grund. Es geht um gelungene Kommunikation, wie in so vielen Berufen, aber mehr kann ich hier nicht verraten. ;-)
Ihr Roman spielt auf La Palma. Warum gerade diese Insel?
Ich liebe Gegensätze und La Palma ist die Insel der Gegensätze. Schroff und lieblich, Vulkangestein und Kiefern, heiß und windig frisch, mitten im Atlantik gelegen. Es gibt dort Pflanzen und Tiere, die es nur auf La Palma gibt, das hat mich fasziniert. An solchen Orten leben immer ganz besondere Menschen und ich hatte große Freude daran, dass einige in meinem Roman mitgespielt haben.
Es gibt viele liebenswerte Nebenfiguren in Ihrem Roman. Haben Sie darunter eine Lieblingsfigur?
Eindeutig Pedro. Er fasst so schön zusammen, was unser Leben manchmal so stresst, was uns so sehr treibt und vielleicht gar nicht so gesund ist. Er sagt nämlich: „Glück? Das ist nicht mehr wollen, als man hat. Nichts vermissen. Das haben was man braucht. Und das Meer. Das ist wichtig.“ Er lebt sehr genüsslich und zufrieden, ist dabei aber fürsorglich und liebevoll. Das hat mir beim Schreiben sehr gefallen.
Eine wichtige Rolle im Roman spielt Calida. Was hat es mit ihr auf sich?
Ich liebe Hunde. Ich lebe immer schon mit Hunden zusammen, meistens aus dem Tierschutz. Herr Hund lebt jetzt seit fast sieben Jahren bei uns und sieht Calida zum Verwechseln ähnlich (er hat nichts dagegen, immer mal wieder in einem meiner Romane aufzutauchen). Calida ist letztendlich das verbindende Element zwischen Juli, Quinn und der Zukunft. Das weiß die kleine Hündin natürlich nicht und so benimmt sie sich, wie Terrier es üblicherweise zu tun pflegen. Sie bringen das Leben ihrer Menschen gerne ein wenig durcheinander.
„Glück ist meine Lieblingsfarbe“ – wie kam es zu dem Titel und was bedeutet Glück für Sie persönlich?

Vor vielen Jahren habe ich meinen Papa gefragt, was denn Glück für ihn sei. Ich war jung, schwer am pubertieren und hatte den tiefen Glauben, dass das Glück, also das ganz große Glück doch wohl hinter jeder Straßenecke auf mich lauert. Und was hat mein Vater nach kurzem Nachdenken gesagt? Er sagte: „Glück? Brauch ich nicht. Ich will ein gewisses Maß an Zufriedenheit im Leben.“ Und bei diesen Worten hat er auch noch ungemein zufrieden ausgesehen. Damals habe ich das nicht verstanden, heute ist genau das mein Glück. Ein gewisses Maß an Zufriedenheit. Das ist ganz wunderbar.

Der Titel wurde mir geschenkt. Ich würde so gerne behaupten, dass ich ihn mir in einer Nacht- und Nebelaktion hochkreativ ausgedacht habe, aber er kam von meiner lieben Lektorin bei Lübbe. Und er passt einfach absolut perfekt zu der Geschichte.
Welche Botschaft möchten Sie Ihren Leserinnen und Lesern in Ihren Romanen mitgeben?
Eine Leserin hat grade geschrieben: „Dieses Buch macht glücklich. Ganz genau!“ Das ist es, was ich möchte. Meine Leserinnen mitnehmen, ihnen vielleicht etwas an die Hand geben, womit sie ihr eigenes Glück vorsichtig anschauen können, sie den Alltag vergessen lassen. Der ist manchmal so schwer und lastet uns auf unserer Seele.
Für wen haben Sie das Buch geschrieben? Wer soll Ihr Leser, Ihre Leserin sein?
Das Buch ist für alle. Besonders für die, die sich schon mal gefragt haben, ob der stetige Strom des Lebens jetzt auf ewig so weitergeht und ob das so sein muss. Die, die sich manchmal heimlich danach sehnen, aus dem Alltag auszubrechen. Und vielleicht noch die Leserinnen, die das große Glück mit aller Macht suchen und dabei übersehen, dass das kleine Glück schon lange da ist.
Eine Leserin hat es perfekt auf den Punkt gebracht: „Das Glück wohnt um die Ecke, man muss es nur mit beiden Händen greifen und annehmen.“
Sie sind oft auf Lesungen, Messen, Conventions und begegnen dort Ihrem Publikum. Was bedeutet Ihnen dieser direkte Kontakt zu Ihrer Zielgruppe?
Ich mag die Menschen treffen, für die ich die Bücher schreibe. Das ist auch der Grund, warum ich meine LeserInnen-Mails immer selbst beantworte (auch wenn es manchmal ein wenig dauert). Aber für genau diese Menschen schreibe ich und was könnte es da Schöneres geben, als sie auf solchen Veranstaltungen zu treffen? Ich entspreche da nicht ganz dem Bild der sozialscheuen Autorin. Ich mag Menschen. Auch in echt und nicht nur bei Facebook oder Instagram.
Ihr Roman wurde als Hörbuch gelesen von Vanida Karun. Wie gefällt Ihnen ihre Interpretation?
Vanida Karun hat ja schon „Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt“ eingelesen und ihre Stimme passt perfekt zu meinen Geschichten. Die Bücher sind in der Ich-Perspektive erzählt und man glaubt Vanida direkt und ohne Umwege, dass sie das denkt und fühlt, was meine Figuren in der Geschichte denken und fühlen. Abgesehen davon ist sie sehr nett und wir wollen uns irgendwann mal treffen und einen Kaffee zusammen trinken. Wo sie doch schon die Stimme meiner Gedanken ist. ;-)
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