Bianca Iosivoni - Autor
© Mona Kasten

Autorin

Bianca Iosivoni


Schon seit frühester Kindheit ist Bianca Iosivoni, geb. 1986, von Geschichten fasziniert. Mindestens ebenso lange begleiten diese Geschichten sie durch ihr Leben. Den Kopf voller Ideen begann sie als Teenager mit dem Schreiben und kann sich seither nicht vorstellen, je wieder damit aufzuhören.

Interview

10 Fragen an Bianca Iosivoni zu ihrem Roman „Was auch immer geschieht“ | 30.06.2016

Liebe Bianca, in Ihrem ersten Roman bei LYX geht um ein besonders spannendes Thema: Nach sieben Jahren steht Callie plötzlich wieder ihrem Stiefbruder Keith gegenüber. Das Prekäre: Er ist verantwortlich für den Tod von Callies Vater – trotzdem hegt sie Gefühle für ihn. Wie sind Sie darauf bekommen, ...


Liebe Bianca, in Ihrem ersten Roman bei LYX geht um ein besonders spannendes Thema: Nach sieben Jahren steht Callie plötzlich wieder ihrem Stiefbruder Keith gegenüber. Das Prekäre: Er ist verantwortlich für den Tod von Callies Vater – trotzdem hegt sie Gefühle für ihn. Wie sind Sie darauf bekommen, eine Liebesgeschichte in der Familie zu spinnen?
Ich stand schon vor „Was auch immer geschieht“ mit LYX in Kontakt und bei gemeinsamen Gesprächen kam eine Idee auf, die uns nicht mehr losgelassen hat: Was, wenn sich Stiefgeschwister ineinander verlieben, obwohl diese Liebe verboten ist? Bei dieser Idee hat es Klick gemacht und wir wussten: Das ist die Geschichte, die wir haben wollen. Aber da ich es meinen Protagonisten nie leichtmache und sie sich ihr Happy End hart erkämpfen müssen, habe ich den Konflikt noch weiter verschärft: Was wäre, wenn sie nicht nur Stiefgeschwister sind, sondern er auch noch für den Tod ihres Vaters verantwortlich ist? Danach nahm alles seinen Lauf …
Sie sind Mitbegründerin des „Schreibwahnsinns“, ein Gemeinschaftsprojekt mit befreundeten Autoren, bei dem Sie sich kreativ über das Schreiben auslassen und über diverse Schreibthemen bloggen. Wie kamen Sie auf die Idee und wie viel kreativer Input entsteht durch diesen Austausch?
Der „Schreibwahnsinn“ als Blog ist ein Ableger meiner Schreibgruppe, in der ich seit 2012 aktiv bin. Wir tauschen uns regelmäßig aus, geben uns Tipps, Feedback und konstruktive Kritik. Als wir die Gruppe gegründet haben, standen wir selbst noch ganz am Anfang unserer Schreibkarrieren. Später wollten wir anderen Autoren und Autorinnen helfen, indem wir das, was wir im Laufe der Zeit gelernt haben, mit ihnen teilen. So ist der „Schreibwahnsinn“ entstanden. Es macht großen Spaß, daran mitzuarbeiten und ich freue mich über jeden Artikel, da ich immer wieder etwas für mich selbst daraus ziehen kann. Das ist das Schöne am Schreiben: Man lernt nie aus. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken und auszuprobieren.
Manche Autoren schreiben jahrelang an ihren Büchern, bei wiederum anderen entsteht das Buch quasi über Nacht. Wie war das bei Ihnen?
Ich habe beides erlebt. Für mein erstes Manuskript habe ich – mit Pausen – etwa sechs Jahre gebraucht. Zum Schluss hatte ich den ersten Band eines Fantasyepos mit fast 700 Seiten, der in dieser Form nie das Licht der Welt erblicken wird. Aber es war wichtig, dieses Projekt zu beenden, um zu sehen, dass ich eine Geschichte zu Ende schreiben kann. Denn wenn man eine zu Ende bringt, kann man auch jede andere fertig schreiben. Da ich seit 2014 freiberuflich arbeite und inzwischen hauptsächlich Bücher schreibe, hat sich mein Schreibprozess deutlich beschleunigt. Allerdings glaube ich nicht, dass man ein gutes Buch quasi über Nacht schreiben kann. Aber in ein paar Monaten? Das ist durchaus möglich. Für „Was auch immer geschieht“ habe ich vom ersten Satz bis zur Abgabe beim Verlag ungefähr vier Monate gebraucht.
Wer war Ihre größte Kritikerin oder Ihr größter Kritiker während des Schreibprozesses?
Ich selbst. Dieses Projekt war mir besonders wichtig, weil es mein erster Roman bei einem meiner Lieblingsverlage ist. Außerdem hatte ich ein festes Bild von der Geschichte im Kopf, nur leider wollten meine Protagonisten etwas Anderes. Es hat eine Weile gedauert, bis wir einen Kompromiss gefunden haben und ich die Geschichte so geschrieben habe, wie Callie und Keith es wollten.
Schon seitdem Sie klein sind, schreiben Sie gerne Geschichten. 2012 haben Sie den LYX Schreibwettbewerb gewonnen, seitdem haben Sie mehrere Kurzromane und andere Bücher veröffentlicht. Was bedeutet das Schreiben für Sie? Ist es eine Ablenkung aus dem stressigen Alltag? Und wie viele Ideen haben Sie noch in petto?
Schreiben bedeutet für mich leben. Bestimmt kennen Sie das Zitat „A reader lives a thousand lives before he dies“ von George R.R. Martin. Was für den Leser Bücher sind, sind für den Autor Manuskripte. Nur dass wir die Geschichten nicht so schnell schreiben können, wie sie gelesen werden. Also sind es für uns vielleicht nicht tausend Leben, sondern hundert, aber das ist völlig in Ordnung. Inzwischen habe ich auch genug Ideen gesammelt, um mich die nächsten Jahre damit zu beschäftigen.
Was inspiriert Sie?
Alles. Ein Blick aus dem Fenster, ein Gespräch, das ich zufällig mitanhöre, ein Lied, das mich berührt, ein schöner Film, ein gutes Buch oder ein Bild auf Pinterest. Inspiration lässt sich überall finden, man muss nur Augen und Ohren offenhalten.
Hand aufs Herz: Hatten sie je Gefühle für jemanden, bei dem es nicht sein durfte?
Schon seit Jahren. Leider glaube ich nicht, dass Ryan Reynolds sich eines Tages für mich scheiden lassen wird.
Haben Sie eine feste Schreibroutine und nehmen sich pro Tag vereinzelte Szenen vor, oder warten Sie, bis die Muse kommt und sich die Bücher quasi von alleine schreiben lassen?
Einer der besten Ratschläge zum Schreiben kommt von Nora Roberts, denn sie sagte: „I can fix a bad page. I can't fix a blank one.“ Anders gesagt: Wenn man wartet, bis ich man sich inspiriert fühlt, würde man in seinem ganzen Leben vielleicht nur ein Buch schreiben. Und das wäre wirklich schade, oder?
Eine feste Schreibroutine ist wichtig, auch wenn ich zugeben muss, dass ich mich nicht immer daran halten kann. Aber ich glaube auch, dass es nicht darauf ankommt, dass man jeden Tag soundso viele Wörter oder Szenen schreibt. Das Ergebnis muss stimmen. Und ob man dabei an manchen Tagen drei Kapitel und an anderen Tagen nur drei Sätze geschrieben hat, spielt letzten Endes keine Rolle, solange man dranbleibt und die Geschichte fertig schreibt.
Sie sind in den sozialen Netzwerken super vernetzt, was bedeutet das in der heutigen Zeit für eine Autorin? Sehen Sie das als Chance?
Ich bin ein großer Fan von sozialen Netzwerken, aber wie wir auf dem Social Media Panel auf der LoveLetter Convention 2015 festgestellt haben, können sie Fluch und Segen sein. Fluch, weil sie sehr ablenkend sind, wenn man eigentlich schreiben sollte. Aber sie sind auch ein Segen, weil sie uns eine Nähe und einen Kontakt zum Leser ermöglichen, den es in der Form nie zuvor gab. Auch der Kontakt und Austausch mit anderen Autoren ist für mich sehr wichtig und wäre ohne soziale Netzwerke nicht in diesem Umfang möglich. Ich sehe das also definitiv als Chance für beide Seiten, Leser und Autor.
Weitere Romane von Ihnen sind bei LYX in Planung. Können Sie schon mehr verraten?

Ja! Es handelt sich um eine neue New-Adult-Reihe, die mir persönlich sehr am Herzen liegt, da ich die Ideen dazu schon seit Jahren mit mir herumtrage und sie nun endlich umsetzen kann. Aktuell sind zwei Bände in Planung.

Alle Verlage